Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Shop
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • natur Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Kleinanzeigen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-207
RedaktionE-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-345
Folgen Sie uns
natur als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Nachhaltigkeit/Artikel
Essbare Ballaststoffe aus Hülsenfruchtresten
Nachhaltigkeit

Essbare Ballaststoffe aus Hülsenfruchtresten

Soja-Okara ist ein ballaststoffreicher Rückstand der Sojamilch-Produktion. · Foto: © KPS/ iStock

Die Nachfrage nach pflanzlichen Proteinen aus Hülsenfrüchten steigt. Bislang bleiben bei der Herstellung jedoch Rückstände wie Schalen oder Fasern zurück. Diese werden bisher kaum weiterverarbeitet, obwohl sie wertvolle Ballaststoffe enthalten. Forschende haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem aus den Resten Ballaststoffpräparate für Lebensmittel wie Kuchen, Kekse und Pudding entstehen.
Autor
Paula Meister
15. Juli 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Nachhaltigkeit

Die Weltbevölkerung wird bis ins Jahr 2050 auf rund 9,5 Milliarden Menschen wachsen. Um sie mit gesunden und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln zu versorgen, werden pflanzliche Lebensmittel immer wichtiger. Bei der Herstellung von Proteinprodukten aus Hülsenfrüchten, bleiben Reste wie Schalen oder Extraktionsrückstände übrig. Sie enthalten wertvolle Ballaststoffe, werden aber bislang kaum weiterverarbeitet. Nun hat ein Forschungsteam um Stephanie Mittermaier vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung in Freising ein Verfahren entwickelt, mit dem aus den Rückständen von Erbsen, Ackerbohnen und Soja Ballaststoffpräparate in lagerfähiger Form hergestellt werden.

Zweites Leben für Schalenreste und Sojamilch-Rückstände

Für die Studie untersuchte das Team verschiedene Rückstände aus der Verarbeitung von Erbsen, Ackerbohnen und Soja, darunter Schalen, Erbseninnenfasern und Soja-Okara – ein feuchter Rückstand aus der Tofuherstellung. Die Forschenden analysierten, welche Eigenschaften diese Reste haben, und testeten verschiedene Verfahren, um daraus Ballaststoffpräparate herzustellen. Unter anderem behandelten sie die Schalen mit Hitze, Dampf und Druck und vermahlten sie in unterschiedlichen Graden. Beim Soja-Okara verglich das Forschungsteam mehrere Trocknungsverfahren.

Es zeigte sich: Für die Herstellung von Präparaten aus Soja-Okara sind die Band- und Walzentrocknung am besten geeignet, bei den Schalen eine Behandlung mit Hitze, Feuchtigkeit und anschließender feiner Vermahlung. Die besten Lagereigenschaften zeigten die Ballaststoffe aus den Schalen, Präparate aus Soja-Okara waren dagegen empfindlicher. Dem Forscherteam gelang es, über einen optimierten Trocknungs- und Vermahlungsprozess für Erbsenschalen und Soja-Okara hochwertige Ballaststoffpräparate zu entwickeln.

Ballaststoffe können Mehl in Backwaren ersetzen

Anschließend testete das Forschungsteam, wie gut sich die neuen Ballaststoffpräparate als Zusatz in Lebensmitteln eignen. Dazu ersetzten sie beispielsweise in Rührkuchen Teile des Mehls durch die Ballaststoffe. „Für eine ausreichende Akzeptanz von potenziellen Lebensmittelzutaten sind sensorisch neutrale Produkte anzustreben“, schreiben die Autoren. Deswegen analysierten sie, wie sich Geschmack, Konsistenz und Stabilität der Lebensmittel durch die Ballaststoffe verändern. Zudem prüften sie, wie lagerungsfähig die Präparate sind.

Das Ergebnis hier: Die Präparate aus Erbsenschalen und Soja-Okara eignen sich besonders gut als Zusatz für Backwaren wie Kekse, Waffeln und Kuchen sowie für Füllungen wie Pudding. Bei Kuchen konnten die Forschenden bis zu 25 Prozent des Mehls durch die Präparate ersetzen, ohne dass der Geschmack darunter litt. „Erbsenschalen und Soja-Okara wurden geschmacklich am besten bewertet, während Ackerbohnenschalen und die Schalenmischfraktion als leicht unangenehm empfunden wurden“, schreiben die Autoren.

Nach Ansicht der Forschenden sind diese neuen Ballaststoffpräparate sowohl nachhaltig als auch für die Gesundheit vielversprechend: Sie tragen zur Darmgesundheit bei und verbessern die Lebensmitteltextur. Ein weiterer Vorteil ist der Preis: Funktionelle Ballaststoffe stammen bisher meist aus Zitrusfasern. Bei gleichen oder tendenziell sogar besseren Eigenschaften sind die im Projekt entwickelten Ballaststoffe teils viermal günstiger, wie das Team berichtet.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE); Schlussbericht Projekt LeguFiber.

BallaststoffeErnährungHülsenfrüchteSoja
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie natur in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

natur als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Nachhaltigkeit

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Nachhaltigkeit.

Alle Nachhaltigkeit-Artikel
Was kostet die Wärmewende und wie bezahlbar ist sie?
Nachhaltigkeit

Was kostet die Wärmewende und wie bezahlbar ist sie?

12. Oktober 2026

Die Wärmewende ist ein wichtiger Schritt zum Klimaschutz, kostet aber Milliarden. Eine Studie zeigt: Ärmere Haushalte können die Kosten kaum stemmen.

Klebstoff aus Mistelbeeren statt Erdöl
Nachhaltigkeit

Klebstoff aus Mistelbeeren statt Erdöl

9. Oktober 2026

Die meisten Klebstoffe basieren auf Erdöl. Forschende zeigen nun, dass es auch nachhaltiger geht. Sie haben einen neuen Bio-Kleber aus Mistelbeeren entwickelt.

Lampenwechsel an Bahnhöfen schont Insekten
Nachhaltigkeit

Lampenwechsel an Bahnhöfen schont Insekten

2. Oktober 2026

Viele Bahnhöfe sind nachts beleuchtet. Allerdings kann das künstliche Licht Insekten schaden. Eine Studie zeigt nun, wie es mit speziellen Leuchten auch anders…

Regenwasser nutzen lohnt sich auch in Großstädten
Nachhaltigkeit

Regenwasser nutzen lohnt sich auch in Großstädten

28. September 2026

Könnte die Nutzung von Regenwasser auch in deutschen Großstädten helfen, den Trinkwasserverbrauch zu senken? Das haben Forschende jetzt untersucht.

← Zurück zu NachhaltigkeitZur Startseite