Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • natur Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Kleinanzeigen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-5855
E-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Startseite/Nachhaltigkeit/Artikel
Weniger Tierversuche durch KI-Maus
Nachhaltigkeit

Weniger Tierversuche durch KI-Maus

Ein virtuelles Mausmodell könnte künftig einigen Labormäusen quälende Tierversuche ersparen. · Foto: © dra_schwartz/ iStock

Eine Maus, die kein Futter und keinen Käfig braucht: Künstliche Intelligenz könnte vielen Labormäusen quälende Tierversuche und den Tod ersparen. Denn mithilfe eines KI-gestützten Computermodells haben Forschende eine virtuelle Maus entwickelt, mit der sich berechnen lässt, wie sich mit Wirkstoffen beladene Nanopartikel im Körper verteilen.
Autor
Paula Meister
24. Juni 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Nachhaltigkeit

Nanopartikel sind ungefähr 500-mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haars und können Schutzbarrieren des Körpers passieren, ohne diese zu verletzen. Das macht sie interessant für die Medizin: Hat sich beispielsweise ein Tumor im Gehirn eingenistet, versteckt sich dieser hinter der Blut-Hirn-Schranke, einem Filter zwischen Blutkreislauf und Gehirn, den viele Medikamente nicht passieren können. Nanopartikel könnten jedoch Wirkstoffe durch diese Barriere ins Gehirn transportieren und dort den Tumor bekämpfen.

Wo landen Nanopartikel im Körper?

Je nach Form, Material und Größe verteilen sich die Nanopartikel jedoch unterschiedlich im Körper. Forschende versuchen deshalb herauszufinden, welche Partikel bestimmte Aufgaben bestmöglich ausführen und dabei möglichst keinen Schaden anrichten. Dafür wurden bislang meistens Tierversuche mit Mäusen durchgeführt. Den Mäusen wurde dabei verschiedene Nanomaterialien verabreicht und anschließend untersucht, wie sich diese im Körper verteilten und welche Nebenwirkungen auftreten.

Allerdings sind solche Tierstudien aufwändig, langwierig, teuer und auch aus ethischer Sicht problematisch. Deshalb verlangen Tierschutzgesetze, die Anzahl der verwendeten Tierversuche auf das notwendige Minimum zu beschränken. Ein Team um Jimeng Wu von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa hat deswegen ein virtuelles Modell entwickelt, das die Organe und Körperprozesse einer Maus nachbildet. Grundlage dafür waren Daten aus 18 echten Mausstudien, ergänzt durch maschinelles Lernen.

Virtuell statt lebendig

Der Clou daran: Dieser KI-Maus können die Forschenden virtuelle Nanopartikel „verabreichen”. Das Modell simuliert dann, wie die verschiedenen Stoffe aufgenommen, im Körper verteilt und ausgeschieden werden. „Dieses KI-gestützte Screening-Instrument erlaubt es Forschenden, virtuell zu testen, welche Art von Nanopartikeln sich am besten für eine bestimmte Aufgabe eignet, bevor sie diese Partikel überhaupt herstellen”, erklärt Wu. Durch ihre ersten Tests haben sie und ihre Kollegen bereits herausgefunden, dass die Größe, Oberflächenladung und Beschichtung der Nanopartikel eine entscheidende Rolle dafür spielen, in welche Gewebe und Organe die Nanopartikel gelangen.

Mithilfe der KI-Maus könnten Forschungsteams künftig neu entwickelte Nanopartikel zunächst am Computer testen, bevor sie die vielversprechendsten Kandidaten herstellen und weiter untersuchen. Ziel ist es, dadurch die Entwicklung von Medikamenten zu beschleunigen und Tierversuche zu reduzieren. Langfristig soll das Modell auch auf den Menschen übertragen werden. Dann könnte es etwa vorhersagen, welche Nanopartikel empfindliche Organe wie das Gehirn erreichen und sich für gezielte Therapien eignen.

Quelle: Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt; Fachartikel: ACS Nano, doi: 10.1021/acsnano.5c03040

Mehr aus Nachhaltigkeit

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Nachhaltigkeit.

Alle Nachhaltigkeit-Artikel
Voll in die Nesseln
natur PlusNachhaltigkeit

Voll in die Nesseln

2. Juli 2026

Lebensmittel sind teuer und oft industriell hergestellt. Doch was, wenn man sie einfach im nächsten Park pflücken könnte? „Urban Forager“ haben sich genau das…

Natur liefert Inspiration für „grünes“ Ammoniak
Nachhaltigkeit

Natur liefert Inspiration für „grünes“ Ammoniak

26. Juni 2026

Ammoniak ist die Grundlage für viele Düngemittel. Mit speziellen Katalysatoren könnte die Ammoniakherstellung deutlich nachhaltiger werden.

Wie Wetterradare Zugvögel vor Windrädern schützen könnten
Nachhaltigkeit

Wie Wetterradare Zugvögel vor Windrädern schützen könnten

19. Juni 2026

Windräder liefern klimafreundlichen Strom, gefährden aber immer wieder Zugvögel. Wetterradare könnten solche Kollisionen bei starkem Vogelzug vermeiden helfen.

Wachsmottenlarven könnten Tierversuche reduzieren
Nachhaltigkeit

Wachsmottenlarven könnten Tierversuche reduzieren

17. Juni 2026

Wachsmottenlarven könnten helfen, Infektionen mit resistenten und besonders aggressiven Bakterienstämmen zu identifizieren. Das reduziert Tierversuche

← Zurück zu NachhaltigkeitZur Startseite