Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Shop
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • natur Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Kleinanzeigen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-207
RedaktionE-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-345
Folgen Sie uns
natur als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Nachhaltigkeit/Artikel
Wie Wetterradare Zugvögel vor Windrädern schützen könnten
Nachhaltigkeit

Wie Wetterradare Zugvögel vor Windrädern schützen könnten

Möwe vor einer Windkraftanlage in Deutschland. Immer wieder sterben Vögel durch Kollisionen mit Windrädern – wie kann man sie schützen? · Foto: © Timusic Photographs, Unsplash via WSL

Millionen von Zugvögeln überqueren jedes Jahr Europa. Immer wieder kollidieren sie dabei mit Windrädern. Eine neue Studie zeigt nun: Wetterradare können Vogelzüge in Echtzeit erfassen und mögliche Zusammenstöße mit Windkraftanlagen rechtzeitig vorhersagen. Dies ermöglicht es, die Windturbinen gezielt auszuschalten, wenn besonders viele Vögel in der Nähe sind. Dies würde die Stromgewinnung nur wenig beeinträchtigen.
Autor
Nadja Podbregar
19. Juni 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Nachhaltigkeit

Die Windenergie spielt eine wichtige Rolle bei der Energiewende. Um die Emissionsziele zu erreichen, werden in den kommenden Jahren allein in Europa rund 25.000 neue Windkraftanlagen gebaut. Gleichzeitig gefährden diese Windräder aber zunehmend Vögel, die mit den Turbinen oder Rotorblättern zusammenstoßen. Einige Windparks schützen die Tiere bereits, indem sie Turbinen bei starkem Vogelzug abschalten. Am Gotthardpass in der Schweiz passiert das zum Beispiel, sobald ein lokales Vogelradar viele Vögel registriert. Jährlich sind dort 1,7 Millionen Zugvögel unterwegs. Bislang decken solche Radarsysteme jedoch nur kleine Gebiete ab.

Wetterradare erfassen Vogelzüge großräumig

Deshalb hat nun ein Team um Silke Bauer von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) überprüft, ob Wetterradare eine mögliche Lösung sein könnten. Wetterradare können neben Regen und Wolken auch Vogelschwärme erfassen, selbst wenn diese nachts ziehen. Im Gegensatz zu Vogelradaren decken sie mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung eine wesentlich größere Fläche ab. „Viele Menschen lehnen Windturbinen ab, weil sie glauben, dass diese eine enorme Menge an Vögeln töten“, sagt Bauer. „Ich möchte nachhaltige Energieproduktion und Vogelschutz vereinbaren und aufzeigen, dass es Strategien gibt, um die Zahl gefährdeter Vögel zu reduzieren.“

Das Forschungsteam wertete für ihre Studie 37 Wetterradare aus Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg aus - eine Region mit insgesamt rund 42.000 Windturbinen. „Mithilfe der Wetterradare haben wir Zahl, Zeitpunkt und räumliche Ausdehnung nächtlicher und jährlicher großräumiger Vogelbewegungen über Westeuropa erfasst“, erklären Bauer und ihre Kollegen. Sie kombinierten die Radardaten mit Standort, Höhe und Eigenschaften der Turbinen sowie mit Winddaten zur Stromproduktion. So berechneten sie, wie viele Vögel in eine gefährliche Nähe zu Windrädern geraten. Im Untersuchungsjahr 2018 waren es durchschnittlich 800 Vögel pro Turbine.

Drei Szenarien für Abschaltungen

Zudem testeten Bauer und ihr Team verschiedene Abschaltszenarien. Dafür untersuchten sie, wie stark Windpark-Betreiber die Rotoren drosseln müssten, um 50 oder 90 Prozent der Zusammenstöße zu vermeiden und welche Stromeinbußen und Kosten das verursacht. Im ersten Szenario schalteten die Turbinen während der gesamten Hauptzeit des Vogelzugs ab. Im zweiten stoppten sie immer dann, wenn besonders viele Vögel in der Nähe waren. Im dritten Szenario schalteten die Windturbinen ab, sobald das Risiko für Vögel im Verhältnis zum erzeugten Strom zu hoch wurde.

Die Berechnungen ergaben: Die Einbußen in der Stromproduktion sind je nach Szenario sehr unterschiedlich. Werden die Windanlagen pauschal in der Zeit des Vogelzugs abgeschaltet – meist sind dies mehrere Tage bis Wochen – würde dies einen Verlust von 6,2 bis 19 Prozent der jährlich produzierten Strommenge bedeuten – je nachdem, ob 50 Prozent oder 90 Prozent aller Vogelkollisionen verhindert werden sollen. Für Windanlagenbetreiber sind Einbußen in dieser Größenordnung wenig attraktiv.

Mehr Vogelschutz bei weniger Stromverlust

Deutlich effizienter wäre es dagegen, wenn die Windanlagen nur dann abgeschaltet werden, wenn tatsächlich viele Vögel in der Nähe sind. Dies würde nur zu einer jährlichen Einbuße in der Stromproduktion von zwei bis 9,6 Prozent führen, wie Bauer und ihr Team ermittelten. Noch geringer wäre der Verlust im dritten Szenario mit 1,2 bzw. 7,6 Prozent. „Überraschend effiziente Kompromisse sind möglich, bei denen nur wenig Energieproduktion verloren geht“, stellt Bauer fest. Demnach könnten kurze, gezielte Abschaltungen oft ausreichen, um viele Vögel zu schützen, ohne die Stromproduktion stark zu verringern.

Damit das funktioniert, empfehlen die Forschenden länderübergreifende Regelungen und Koordination. Die Berechnungen wollen sie nun auf ganz Europa und längere Zeiträume ausweiten. „Unsere Szenarien unterstreichen potenzielle Kompromisslösungen und bieten einen Referenzrahmen für die Betriebseinschränkung von Windanlagen“, schreiben Bauer und ihr Team. „Welche Maßnahmen operativ machbar und sinnvoll sind, hängt auch davon ab, ob detaillierte und schützende Information zu Vogelzügen verfügbar sind.“ Die Auswertung von Wetterradardaten könnte hier einen wertvollen Beitrag leisten.

Quelle: Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL; Fachartikel: Nature Sustainability, doi: 10.1038/s41893-026-01853-4

AbschaltungEnergiewendeVögelVogelkollisionenWindanlageWindkraftWindparkZugvögel
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie natur in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

natur als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Nachhaltigkeit

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Nachhaltigkeit.

Alle Nachhaltigkeit-Artikel
Verkehrswende: Wer schafft den E-Auto-Umstieg – und wer nicht?
Nachhaltigkeit

Verkehrswende: Wer schafft den E-Auto-Umstieg – und wer nicht?

19. Oktober 2026

Der Umstieg auf Elektroautos schreitet voran. Doch nicht alle Autobesitzer profitieren gleichermaßen. Ein Gutachten zeigt nun, wer mehr Unterstützung braucht.

Ein biobasierter Schaumstoff für Polstermöbel
Nachhaltigkeit

Ein biobasierter Schaumstoff für Polstermöbel

16. Oktober 2026

Viele Polstermöbel und Matratzen enthalten erdölbasierte Schaumstoffe. Forschende haben nun eine nachhaltigere Alternative entwickelt. Sie überzeugt auch beim…

Was kostet die Wärmewende und wie bezahlbar ist sie?
Nachhaltigkeit

Was kostet die Wärmewende und wie bezahlbar ist sie?

12. Oktober 2026

Die Wärmewende ist ein wichtiger Schritt zum Klimaschutz, kostet aber Milliarden. Eine Studie zeigt: Ärmere Haushalte können die Kosten kaum stemmen.

Klebstoff aus Mistelbeeren statt Erdöl
Nachhaltigkeit

Klebstoff aus Mistelbeeren statt Erdöl

9. Oktober 2026

Die meisten Klebstoffe basieren auf Erdöl. Forschende zeigen nun, dass es auch nachhaltiger geht. Sie haben einen neuen Bio-Kleber aus Mistelbeeren entwickelt.

← Zurück zu NachhaltigkeitZur Startseite