Bier enthält neben Wasser, Hefe und Gerste auch Hopfenblüten. Diese Zutat muss für den Brauprozess jedoch zunächst aufwendig und energieintensiv luftgetrocknet werden. Derzeit betreiben viele Hopfenanbau-Betriebe ihre Trockenanlagen mit Heizöl. Die dabei entstehenden Emissionen befeuern allerdings den Klimawandel und die Heizölkosten belasten den Geldbeutel.

Pellets, Wärmepumpen oder Wasserstoff?
Forschende um Vincent Kalchschmid vom Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV haben nun verschiedene Varianten für eine nachhaltige Hopfentrocknung entwickelt, die sowohl wirtschaftlich sind als auch die Treibhausgas-Emissionen senken könnten. Die Ingenieure modellierten, simulierten und analysierten in diesem Sinne, ob und wie gut sich andere Energieträger für die Hopfentrocknung nutzen ließen, darunter biogene Brennstoffe wie Pellets oder Hackschnitzel, Wärmepumpen und Wasserstofftechnologien. Die notwendige Datenbasis lieferte ein Referenzbetrieb in der Hallertau, der dem Stand der Technik im deutschen Hopfenbau entspricht.
Das Ergebnis: Mit allen drei alternativen Energieträgern kann die nötige Heizleistung erreicht werden, um Hopfen zu trocknen. Sie haben jedoch jeweils Vor- und Nachteile. So können biogene Brennstoffe wie Pellets sowie mithilfe erneuerbarer Energien gewonnener Wasserstoff zwar die Treibhausgas-Emissionen deutlich senken, erfordern aber einen hohen logistischen Aufwand beziehungsweise eine kostspielige Infrastruktur. Pellets unterliegen zudem Preisschwankungen und bei Wasserstoff ist die Marktentwicklung ungewiss; in welchen Mengen dieser Brennstoff in Deutschland verfügbar sein wird und zu welchem Preis, ist noch weitgehend ungeklärt. Wärmepumpen wiederum sind sehr effizient und nutzen erneuerbare Wärmequellen. Sie senken demnach ebenfalls die Emissionen, bringen aber hohe Investitionskosten mit sich. Zudem bleiben Betreiber damit abhängig von externem Strom.





