Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Shop
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • natur Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Kleinanzeigen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-207
RedaktionE-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-345
Folgen Sie uns
natur als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
Pilzsaison: Wie radioaktiv belastet sind selbstgesammelte Pilze?
Erde & Umwelt

Pilzsaison: Wie radioaktiv belastet sind selbstgesammelte Pilze?

In Süddeutschland können einige Pilzarten noch immer radioaktiv belastet sein. Dazu gehören auch Maronenröhrlinge. · Foto: © Eileen Kumpf/ iStock

Mit dem Frühherbst beginnt die Pilzsaison – für viele Menschen ein willkommener Anlass, den Speiseplan mit selbstgesammelten Wildpilzen aufzustocken. Doch wie sieht es mit der radioaktiven Belastung von Steinpilz, Pfifferling oder Maronenröhrlingen aus? Das verrät der aktuelle Pilzbericht des Bundesamts für Strahlenschutz. Demnach hat die Kontamination mit radioaktivem Cäsium aus Tschernobyl abgenommen. Es kommt aber auf die Pilzart und den Standort an.
Autor
Nadja Podbregar
11. September 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Am 26. April 1986 ereignete sich im Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine der Super-GAU: Ein Reaktorblock explodierte und setzte einen radioaktiven Fallout frei, der über halb Europa niederging. Auch in Deutschland wurden Böden vor allem mit dem radioaktiven Isotop Cäsium-137 kontaminiert. Dessen Halbwertszeit beträgt etwa 30 Jahre, theoretisch müsste demnach das 1986 abgelagerte Väsium-137 inzwischen zu rund 60 Prozent zerfallen sein.

Doch was bedeutet dies konkret für die jetzt, 40 Jahre nach Tschernobyl in unseren Wäldern und Wiesen wachsenden Pilze? Pünktlich zur beginnenden Pilzsaison hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) dies untersucht und die Resultate in seinem alljährlichen Pilzbericht veröffentlicht. Für diesen Bericht sammeln und analysieren Forschende verschiedene Speisepilzarten in Teststandorten in Bayern, dem in Deutschland vom radioaktiven Fallout Tschernobyls am stärksten betroffenen Bundesland.

Tschernobyl-Fallout

Bodenkontamination mit Cäsium-137 im Jahr 1986. Die aktuellen Werte liegen bei rund 40 Prozent davon. — © Bundesamt für Strahlenschutz

Auf die Pilzart kommt es an

Das Ergebnis: „Aus Sicht des Strahlenschutzes spricht nichts dagegen, selbst gesammelte Pilze zu essen. Die Strahlendosis ist bei einem maßvollen Verzehr gering – auch wenn vereinzelt stärker mit radioaktivem Cäsium belastete Pilze dabei sein sollten“, berichtet Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz. Allerdings unterschiedet sich die radioaktive Belastung der Wildpilze je nach Standort und Art teils deutlich. So weisen Wildpilze in einigen Regionen in Süddeutschland weiterhin auffällige Gehalte an Cäsium-137 auf. Zu den am stärksten kontaminierten Gebieten gehören Teile des Bayerischen Walds, des Donaumooses südwestlich von Ingolstadt und der Region Mittenwald.

Manche Pilzarten nehmen zudem beim Wachstum besonders viel radioaktives Cäsium auf, was bei stärker belasteten Böden zu hohen Messwerten führen kann. Die Liste mit den höchsten Cäsium-137-Werten führen Semmelstoppelpilze (Hydnum repandum) und Rotbraune Semmelstoppelpilze (Hydnum rufescens) an: In einigen Proben aus dem Bayerischen Wald fanden die Forschenden eine radioaktive Cäsiumbelastung von mehr als 2000 Becquerel pro Kilogramm Frischmasse. Immerhin noch rund 1000 Becquerel pro Kilogramm ermittelte der Pilzbericht für Maronenröhrlinge, Trompetenpfifferlinge, Elfenbeinschnecklinge, Seidige Ritterlinge, Dickblättrige Schwärztäublinge und Blassblaue Rötelritterlinge.

Strahlendosis wie drei Flüge nach New York

Was aber bedeutet dies konkret? Ein Beispiel zeigt, wie diese radioaktive Belastung einzuordnen ist: Sind Maronenröhrlinge mit rund 1400 Becquerel pro Kilogramm belastet und ein Erwachsener verzehrt jede Woche eine Portion mit 200 Gramm dieser Pilze, würde er nach einem Jahr eine zusätzliche Strahlendosis von rund 0,18 Millisievert aufnehmen. Das wäre etwas mehr als die Strahlendosis von drei Flügen von Frankfurt am Main nach New York. Isst man demnach nur einmal oder ein paar Mal eine Portion selbstgesammelter Pilze, ist die radioaktive Belastung dementsprechend geringer.

Es gibt aber auch Pilzarten, die der Pilzbericht als unbedenklich einstuft, weil deren radioaktive Belastung selbst stärker belasteten Standorten durchweg unter fünf Becquerel pro Kilogramm Frischmasse liegen. Dazu gehören unter anderem Braunschuppige Riesenchampignons, Dunkelfaserige Champignons, Hasenröhrlinge, Riesenporlinge und Sternschuppige Riesenschirmlinge.

Warum man nicht zu viele Wildpilze essen sollte

Auch für diese Arten gilt jedoch: Wer regelmäßig Wildpilze isst, sollte generell darauf achten, pro Woche nicht mehr als 200 bis 250 Gramm zu sich zu nehmen. Denn unabhängig von der radioaktiven Strahlendosis können Wildpilze auch Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Cadmium anreichern. Wer ganz sicher gehen möchte, der verzichtet auf Wildpilze und greift auf Zuchtpilze wie Champignons, Austernseitlinge und Shiitake zurück. Diese wachsen in Innenräumen auf Substraten, die auf Schadstoffe und Kontaminationen hin geprüft sind.

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, Pilzbericht

Cäsium-137PilzePilzesammelnPilzsaisonRadioaktivTschernobyl
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie natur in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

natur als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
20. Todestag: Heinz Sielmann - ein Leben für Tierfilm und Naturschutz
Erde & Umwelt

20. Todestag: Heinz Sielmann - ein Leben für Tierfilm und Naturschutz

5. Oktober 2026

Mit seinen „Expeditionen ins Tierreich“ nahm Heinz Sielmann ab den 1960er Jahren ein Millionenpublikum mit zu faszinierenden Wundern der Natur.

Deutschlands Naturwunder des Jahres 2026: Die Teufelsmauer
Erde & Umwelt

Deutschlands Naturwunder des Jahres 2026: Die Teufelsmauer

30. September 2026

Sagenumwobene Felsen: Die Teufelsmauer - eine einzigartige Formation hoher Sandsteinfelsen am Harz-Nordrand - wurde zum Naturwunder des Jahres 2026 gewählt.

Bäume: Mehr Zeit zum Wachsen bedeutet nicht immer mehr Holz
Erde & Umwelt

Bäume: Mehr Zeit zum Wachsen bedeutet nicht immer mehr Holz

25. September 2026

Die steigenden Temperaturen verlängern die Vegetationsperioden. Bäume könnten dadurch länger Holz bilden und potenziell mehr CO₂ speichern – oder doch nicht?

Ein Haufen Arbeit
natur PlusErde & Umwelt

Ein Haufen Arbeit

24. September 2026

Unsere Autorin legt in ihrem Garten einen Kompost an. Mit der Zeit wird ihr jedoch klar: Sie gründet vielmehr eine WG – inklusive heißer Party.

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite