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Mehr schädliche UV-Strahlung in Europa
Erde & Umwelt

Mehr schädliche UV-Strahlung in Europa

Die Sonne bringt nicht nur Sommerwetter und Hitze, sie erzeugt auch hautschädliche UV-Strahlung. · Foto: © grafxart8888/ iStock

UV-Strahlung kann Sonnenbrand verursachen und das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Dass die Sonneinstrahlung in einzelnen Teilen Europas zunimmt, war bereits bekannt. Unklar war jedoch, ob sich dieser Trend auch über größere Regionen erstreckt. Eine neue Auswertung von 40 Messstationen zeigt nun, dass die hautschädigende UV-Strahlung in weiten Teilen Europas gestiegen ist – besonders stark in Mitteleuropa.
Autor
Paula Meister
31. August 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Mehr Sonnenschein bedeutet in Europa nicht nur angenehme Sommertage, sondern auch eine stärkere Belastung durch UV-Strahlung – mit Folgen für den Alltag und unsere Gesundheit. Eine mögliche Ursache dafür sind veränderte atmosphärische Bedingungen, wie beispielsweise eine geringere Bewölkung. Bislang war jedoch unklar, ob die UV-Belastung nur an einigen Orten in Europa zunimmt oder auch in größeren Regionen.

Alois Schmalwieser von der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat nun gemeinsam mit Kollegen genauer untersucht, wie sich die UV-Strahlung in Europa in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Dafür werteten die Forschenden Messdaten zur sonnenbrandverursachenden UV-Strahlung von 40 Standorten in Europa aus den Jahren 2013 bis 2022 aus. Außerdem verglichen sie die Daten der Bodenmessungen mit Satellitendaten zur UV-Strahlung, zur globalen Solarstrahlung und zur Sonnenscheindauer. An sechs Stationen konnten sie zudem länger verfügbare Messreihen bis zurück in die Mitte der 1990er-Jahre nutzen.

Mehr UV-Strahlung besonders in Mitteleuropa

Die Auswertung zeigt, dass die hautwirksame UV-Strahlung zwischen 2013 und 2022 an vielen Orten in Europa zugenommen hat. „Unsere Messreihen zeigen ein großräumiges, aber regional unterschiedlich starkes Plus an UV – die Muster decken sich mit Trends der globalen Solarstrahlung aus Satellitendaten“, sagt Alois Schmalwieser. An 26 der 40 untersuchten Standorte stiegen die Jahresmittelwerte signifikant an, im Median um 1,2 Prozent pro Jahr. Besonders stark nahmen die UV-Werte in Mitteleuropa zu, während sich die Belastung in Nord- und Südeuropa weniger veränderte. In Teilen der Iberischen Halbinsel zeigten sich beispielsweise kaum Zuwächse.

UV-Veränderung

Veränderungen der jährlichen UV-Belastung in Europa. — © Schmalwieser et al./ Photochemical & Photobiological Sciences, CC-by 4.0

Auch im Jahresverlauf gibt es Unterschiede: Besonders stark hat die UV-Belastung vielerorts im Januar, Februar und Juni zugenommen. Je nach Monat liegen die Zunahmen typischerweise bei zwei bis vier Prozent pro Jahr, wie die Forschenden ermittelten. In den nordeuropäischen Ländern hat die UV-Strahlung besonders im Winter stark zugenommen. Für die gesamte UV-Belastung bleibt der Sommer jedoch entscheidend. „Auch wenn die prozentualen Zuwächse im Winter teils am größten sind: Für den Gesundheitsschutz bleibt der Sommer die entscheidende Jahreszeit, weil er den größten Anteil an der jährlichen UV-Dosis liefert“, sagt Schmalwieser.

Wolkenrückgang als Hauptursache

Was aber ist der Grund für die gestiegenen UV-Belastungen in Europa? Als wichtigste Ursache sehen Schmalwieser und sein Team die abnehmende Bewölkung. Weil sich in Europa gerade im Sommer wolkenlose, sonnige Hitzeperioden mehren, kann mehr UV-Strahlung zur Erdoberfläche durchdringen und dies treibt die UV-Werte in die Höhe. Veränderungen bei Ozon und Aerosolen spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Im Alpenraum beeinflussen neben den Wolken auch Topografie und Schneebedeckung die Stärke der UV-Strahlung. Die zunehmende UV-Strahlung kann Folgen für die Gesundheit haben. Zum Beispiel kann sie das Risiko für hellen Hautkrebs erhöhen. Die Forschenden betonen deshalb, dass kontinuierliche Überwachung und Prävention wichtig sind.

Quelle: Veterinärmedizinische Universität Wien; Fachartikel: Photochemical & Photobiological Sciences, doi: 10.1007/s43630-026-00971-4

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