Das rund 40 Kilometer lange Schluchtensystem der Wutach liegt im Naturpark Südschwarzwald und gilt als Deutschlands größter und längster Canyon. Die Wutachschlucht bietet ein wildromantisches Naturerlebnis und führt durch spannende Etappen der geologischen Erdgeschichte.
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Text: Oliver Abraham
Der schmale Pfad windet sich an der Felswand entlang, rechts schützt ein Stahlseil vor dem Sturz in den Abgrund. Also aufgepasst! Dieses Stück Schwarzwald ist wild und wunderbar zugleich. Die Lotenbachklamm führt zur Wutach hinab und nur, weil Menschen Weg und Steg gebaut haben, ist das Gelände überhaupt begehbar. Vom Wanderparkplatz kommend, tauchen wir schnell tief in den Schatten der Schlucht hinein.
Hier tobt das Wasser des Lotenbaches, eines Seitenzustroms der Wutachschlucht, über die Steine bricht er sich in weißer Gischt. Gewaltige Felsbrocken liegen in einem wüsten Durcheinander, darunter auch einige riesige Baumstämme. Das Wasser stürzt über Katarakte von Kolk zu Kolk, eine Kaskade von Pool zu Pool – lebendige Landschaftskunst, geformt von der Natur selbst, eingefasst in saftig-sattes Grün: hier Milzkraut und Moos, dort Farn und Sauerklee, Pest- und Haselwurz.
Gut acht Stunden wird unsere Wanderung bis zur flussabwärts gelegenen Wutachmühle dauern – 18 Kilometer im größten Canyon Deutschlands. „Das gesamte Schluchtensystem inklusive der Seitenschluchten und Wutachflühen ist rund 40 Kilometer lang“, berichtet Gewässerführer Günter Nosbüsch, der die Tour begleitet. Die Wutachflühen bezeichnen den wildromantischen, südlichen Abschnitt des Wutachtals mit bis zu 80 Meter aufragenden Muschelkalk-Felswänden, wobei „Fluh“ vom alemannischen Wort für Fels oder Felswand abgeleitet ist.
Das „ach“ von Wutach ist ein alter Begriff für fließendes Wasser, Fluss oder Bach. Zur wütenden „Wutach“ wird die vom Titisee ruhig heranfließende „Gutach“ nach dem Zusammenfluss mit der Haslach, wenn die Wassermassen dann ihre Kräfte zeigen. „Die Wutach hat die Landschaft bis zu 170 Meter tief eingeschnitten und daraus eine urwüchsige Wildflusslandschaft geformt“, erklärt Nosbüsch. Wer hier unterwegs ist, braucht Trittsicherheit und Kondition. Die Belohnung ist das Erlebnis einer einzigartigen Landschaft und der direkte Zugang zu einem spannenden Stück Erdgeschichte.
Das Gestein der Wutachschlucht
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„Der Lotenbach und die obere Wutach fließen über Granit. Daraus bestehen die Felsen dort unten im Wasser und hier an der Wand“, erklärt Günter Nosbüsch, der pensionierte Chemiker hat ein profundes geologisches Wissen, „es ist das älteste Gestein, das wir in dieser Gegend finden.“ Granit entsteht tief im Erdinneren als magmatisches Tiefengestein durch langsames Erstarren von glutflüssigem Magma. Vor rund 300 Millionen Jahren hat sich aus Granit und weiteren urzeitlichen Sedimenten durch Hitze und immensen Druck als weiteres Gestein Gneis gebildet: Diese beiden Gesteine bilden hier das kristalline Grundgebirge und gelangten durch die Hebung des Schwarzwaldes vor etwa 30 bis 40 Millionen Jahren an die Erdoberfläche. Aus ihnen besteht auch der nahe Feldberg – das Quellgebiet der Wutach.
Als das Wasser – viel später – beginnt, die Schlucht zu graben, durchschneidet es auf seinem Weg nahezu alle bis dahin entstandenen geologischen Schichten Südwestdeutschlands: Zuerst Granit und Gneis, danach Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper sowie zuletzt drei Schichten Jura. Im Grundgebirgsgestein ist die Schlucht sehr eng, im Buntsandstein wird sie breiter und es lassen sich verschiedenfarbige Schichten erkennen, die Muschelkalkschlucht bildet mit ihren steilen hohen Wänden einen besonders eindrucksvollen Canyon.
Umlenkung des Wassers
Doch zurück zur letzten Eiszeit. Vor 25.000 Jahren lagen die Hochlagen des Südschwarzwalds unter einem dicken Eispanzer, von dem aus sich Gletscherzungen nach Osten erstreckten. Schmelzwasser floss damals als „Feldberg-Donau“ mit geringem Gefälle durch die „Blumberger Pforte“ zwischen Eichberg und Buchberg ostwärts ab. Doch als das Flussbett im Laufe der Jahrtausende durch Ablagerungen von Sediment, Sand und Geröll immer höher wurde, durchbrach das Wasser vor etwa 15.000 Jahren die bis dahin bestehende Barriere Richtung Süden. Statt nach Osten bogen die Wassermassen nun zum südlich gelegenen Tal der Ur-Wutach ab. Da der Hochrhein viel tiefer lag, entwickelte der Fluss durch das starke Gefälle eine enorme Erosionskraft. Vor etwa 10.000 Jahren hatte sich die heutige Gestalt der Wutachschlucht im Wesentlichen herausgeformt. Doch sie ist bis heute in Bewegung.
Von Wasser umgeben
Das Wasser ist nahe, man hört es plätschern und gurgeln, manchmal tosen und rauschen. Wir atmen kühlen Wasserstaub, riechen nassen Stein und fühlen die Feuchtigkeit auf der Haut. Es ist kühl in der Schlucht, beinahe kalt. Felsverstürze wirken, als wären sie in einer Bewegung eingefroren. Farne wachsen wie arrangiert in einem urtümlichen botanischen Garten. Der Eindruck ist faszinierend und man ist verlockt, die eine oder andere Stelle näher zu erkunden. Doch Nosbüsch warnt: „Im Naturschutzgebiet Wutachschlucht hat der Schutz der Natur kompromisslos Priorität. Die Wege dürfen nicht verlassen werden!“ Hunde müssen an die Leine.
Das rigorose Verbot hat noch einen anderen Grund: Es kann schnell gefährlich werden, hier herumzustreunen, denn stabil ist in dieser Umgebung gar nichts. Stürme und Fluten räumen ständig um, verschieben Erde und Steine und spielen mit mächtigen Baumstämmen Mikado.
So liegen vor einiger Zeit gefallene Weißtannen über dem Pfad, 60 oder 80 Zentimeter im Durchmesser und bestimmt 30 Meter lang. Sie wurden sicherheitstechnisch begutachtet und dann durchgesägt, damit Wanderer weiterkommen; wo es genügte, sind auch nur Tritte in den Stamm gesägt. „Manch eine dieser Tannen hat der Blitz gefällt, andere sind Rutschungen zum Opfer gefallen. „Was fällt, bleibt liegen“, sagt Günter Nosbüsch. Manche der gefallenen Tannen sind 200 oder 300 Jahre alt, sie aus der Schlucht herauszuschaffen, wäre fast unmöglich.
Große Bäume haben auf dem felsigem Grund oft wenig Halt, stürzen bei Unwettern um und führen zu Erdrutschen (siehe Hinweis zur Sperrung der Lotenbachklamm), auch im wasserführenden Muschelkalk (siehe Hinweis zum Tannegger Wasserfall) und in den weichen Ton- und Mergelschichten des Keupers besteht ein hohes Risiko für Baumstürze, Erdrutsche und schlammige Wege.
Wir müssen uns bücken und ducken, darauf achten, nirgends hängen zu bleiben. Wieder klebt der Pfad am Felsen, Holzstege helfen über Engstellen, Brücken führen über Abgründe. Es geht tief hinunter. Wasser drückt aus dem Waldboden heraus, läuft über den Weg und rinnt über Granitgestein. Seltsame geologische Gebilde entstehen, wie diese Kalktuff-Gardinen. Das Wasser ist überall; es tropft von Farnen und quillt aus Moosen, wo der Wasserlauf herunterbricht, schäumt und wütet es.
Dann hat sich der Lotenbach ausgetobt und wir erreichen das Wutachtal; hier mit breiter Talsohle und sonnenbeschienen. Die Wutach fließt munter, aber ruhig, über dem Wasser flirrt das Licht durch das Laub. Ein nun breiter und gefälliger Pfad führt direkt am Wutachufer entlang. Mit dem hier vorherrschenden rötlichen bis violetten Buntsandstein erreichen wir eine neue Epoche der Erdgeschichte – die der Sedimentgesteine. Sie folgen auf den Granit und wurden einst darüber abgelagert. Der Sandstein fühlt sich rau an, als ich in eine wohl vom frühen Fluss ausgewaschene Hohlkehle greife.
Es geht weiter dem Fluss entlang, der Buntsandstein weicht nun hohen Kalksteinwänden. Immer wieder führt uns unser Weg dicht an massive, überhängende Felsen heran, unter denen sich der Fluss einmal seinen Weg gegraben hat. Wir gehen teils über nackten Felsen, teils über lockere Steine, Schutt und Schotter. Die senkrechten, kahlen Felswände wechseln sich mit waldbewachsenen geneigten Hängen ab. Aus einem stürzt ein kleiner Wasserfall, sein Wasser ist milchig weiß, die begleitenden Moospolster leuchten saftig grün. Schachtelhalm wächst hier, ein lebendes Fossil, denn diese Pflanze gab es bereits zu Zeiten der Dinosaurier und noch viel früher schon. Günter Nosbüsch hat ein Stück Steinkohle mitgebracht, es ist 350 Millionen Jahre alt und lässt Abdrücke eines solchen Schachtelhalmes erkennen.
So abwechslungsreich die Wutachschlucht ist, so wertvoll ist sie für eine vielfältige Flora und Fauna, die hier ihre Lebensräume findet. Manchmal sind es nur ein paar Schritte zwischen der Sonnenterrasse, die etwa Eidechsen und Schlangen lieben, und dem nasskalten Felsenkeller, in dem sich Feuersalamander oder Erdkröten wohlfühlen.
Muschelkalk und Drachenmaul
Wieder führt der Weg steil hinauf; direkt an der Wutach gehen können wir hier nicht, denn der Fluss hat an dieser Stelle kein Ufer, sondern prallt direkt auf die geschätzt 40 Meter hohe Wand. Das Wasser unterhöhlt sie und wird sie unweigerlich zum Einsturz bringen, es ist lediglich eine Frage der Zeit. „Die Wutach wird ihr Schicksal sein“, sagt Nosbüsch, „sie ist Schicksal aller Felsen hier.“ Der Muschelkalk in diesem Teil des größten Canyons Deutschlands besteht aus einem Sediment, das vor rund 240 Millionen Jahren den Boden eines Urzeitmeeres bedeckte und versteinerte. Kalkstein ist ein eher weiches Gestein, (Regen-)Wasser kann ihn unter bestimmten Bedingungen lösen und er neigt zur Bildung von Rissen und Klüften, was der Kraft des Wassers neue Einfallstore bietet. Es ist eine ewige Transformation.
Wir erreichen eine fantastische Formation. Sie werde von den Einheimischen „Drachenmaul“ genannt, sagt Günter Nosbüsch. Dabei handelt es sich um eine hüfthohe Basis, eine rund 15 Schritte messende gebogene, nicht ganz durchgehende Bank aus Kalkstein – wo das Moos Lücken lässt, ist sie cremefarben oder weiß wie Mehl, an manchen Stellen rötlich wie Rost. Das offene Maul wird von einer rund anderthalb Meter hohen und gut einen Meter tiefen Hochkehle gebildet. Darüber liegt eine Decke, ebenfalls aus Kalkstein und mit dickem Moos bedeckt, wassersatt wie ein Schwamm. Das Gebilde scheint aus dem Hang gewachsen, Wasser tropft auf ganzer Breite. Es fließt vor der Hohlkehle aus dem Moos der Decke herab wie eine Gardine aus Wasser. Vor den dunklen Schatten im Drachenmaul glitzern die Tropfen im Licht.
„Das Drachenmaul besteht aus Kalktuff“, berichtet Günter Nosbüsch, „einem Gestein, das sich in der jüngsten Zeit und fortlaufend bildet, wenn sich im Wasser zuvor gelöster Kalk wieder abscheidet.“ Verantwortlich dafür ist auch eine bestimmte Moosart. Günter Nosbüsch tritt an die Formation heran und zeigt auf eine graue, harte Struktur – versteinertes Moos. Der dahinterliegende Prozess geht in etwa so: Pflanzen brauchen für ihre Fotosynthese Kohlendioxid (CO2). Wasser wiederum nimmt aus dem Boden oder der Luft CO2 auf, dabei bildet sich eine schwache Säure (Kohlensäure). Durch diese Säure löst sich Kalkstein in Wasser. Fließt dieses kalkhaltige Wasser dann über Moos, entzieht dieses dem Wasser das Kohlendioxid wieder. Dadurch kann das Wasser den darin gebundenen Kalk nicht mehr halten und er lagert sich auf dem Moos ab. Doch auch allein die Verdunstung von Wasser kann zum Aussintern, also der Ablagerung von Kalk, führen.
Ein Stück weiter blicken wir auf einen 2017 abgerutschten Hang hinüber. Unten am Wutachufer liegen gewaltige Felstrümmer, oben sind Schotterbahnen zu erkennen, es ist eine große Wunde in der Landschaft. Wenig später dann wieder Idylle: Vor uns erscheint ein malerisches Motiv mit einer hübschen Holzbrücke und mächtigen Tannen im Hintergrund. Es ist ein Tag voller Kontraste – schroff und sanft, eng und weit, flach und steil. Hier ein nassfeuchter Geruch, dort ein sommerblumiger Duft, hier wütet das Wasser, dort zwitschern die Vögel. Es wird nie langweilig.
Auen als Biber-Revier
Wir wandern unten am Fluss und erreichen abermals eine Aue. Hier steht ein lichter Wald mit bleichen Stämmen, die aussehen wie eine Armee Gespenster. Manche Bäume sind mit Moosen und Farnen bewachsen, die wie grüne Bärte an den Stämmen hängen. „In den Auen leben Biber-Familien“, berichtet Günter Nosbüsch und zeigt auf den Boden, „man kann ihre ,Rutschen´ erkennen, die Wege, die sie vom Fluss in die Altarme der Wutach oder Tümpel nehmen.“ Für ihren Bau wählen die Biber meist Uferhänge, wo sie durch keinen Fels blockiert werden. In den schmalen Flussauen fällen sie Eschen, Ulmen, Erlen, Weiden und Ahornbäume, um an die fressbaren Teile wie Rinde, Bast und Blätter zu kommen. Zudem nutzen sie die Äste zum Bauen.
Günter Nosbüsch berichtet von weiteren Tieren, die hier leben, besonders manche Vogelarten haben in der Wutachschlucht noch Refugien gefunden. Er berichtet vom Eisvogel und der Wasseramsel, von Uhu und Wanderfalke. „Abends ab Sonnenuntergang fliegt der Uhu zur Jagd und zur Balzzeit kann man seinen schaurigen Ruf hören“, erzählt Günter Nosbüsch bei einem steilen Aufstieg in die nächste Felswand, „auch Wanderfalken leben in der Wutachschlucht.“ Sie brauchen Felsen wie diese, um ihr Nest zu bauen und ihre Jungen großzuziehen.
Weiter geht es auf schmalem Pfad bergan. Wir sind umgeben von dunklen Tannen und hellgrün leuchtenden Blättern der Laubbäume. Manche der Baumstämme wirken jedoch bleich, und die meisten Fichten sind tote Gerippe.
In einer Kurve öffnet sich ein Blick zur Wutach hinab, sie sieht aus wie ein blaues Band und ihre Kiesbänke strahlen hell in der Sonne. Der Fluss liegt inzwischen bestimmt rund 60 Meter unter uns, trotzdem hört man das Rauschen des Wassers bis hier herauf.
Nach unten geht es schneller als hinauf, und wir sind wieder am Wasser. Im Fluss liegen gebleichte und zerborstene Baumstämme, irgendwo abgestürzt und hierher angeschwemmt. Das Tal wird erneut breiter und die Wutach hat sich hier in Arme aufgeteilt, Inseln liegen dazwischen und Kiesbänke. Dann strömt der Fluss wieder einmal frontal auf eine Felswand zu und gräbt sich darunter ein. Unser Weg führt nun über eine Brücke – ebenso auf eine Felswand zu und es wird wieder eng, manche Stellen sind nur für zwei Personen begehbar.
„Die Wutach ist ein vielfältiger Fluss, wie man solche in Deutschland nur noch selten findet“, sagt Günter Nosbüsch, „mit Steinen und Totholz im Fluss sowie sauerstoffreichem Wasser, mit kiesigem Flussbett – das ist gut für Bachforellen und Groppen –, mit abgebrochenen Ufern – da lebt der Eisvogel –, und sanften Gleithängen – das ist beispielsweise gut für Wasseramseln, Bachstelzen und Gebirgsstelzen. All das kann der Fluss selbst gestalten und man weiß nie, wo er gerade welche Form der Dynamik entwickelt.“
Die Wutach wurde im Verlauf ihrer Schlucht nie ernsthaft von Menschenhand umgestaltet oder zur Abflussrinne degradiert. Bei dieser Feststellung fällt abermals auf, dass offenbar auch kein Müll in der Wutach ist: keine Dosen am Ufer, kein Plastik im Gebüsch, kein Abfall, der vor umgestürzten Bäumen strudelt – nichts zu sehen. Gelingender Naturschutz.
Nun sind wir fast am Ende unserer Wanderung. Auf dieser letzten Strecke erleben wir noch, wie ein Teil des Wassers der Wutach versickert, um rund einen Kilometer weiter flussabwärts wieder zutage zu treten. „In trockenen Sommern kann hier der ganze Fluss verschwinden“, berichtet Günter Nosbüsch.
Der Pfad verläuft nun wieder direkt am Flussufer, wurde an dieser Stelle in den Fels gesprengt. Ein paar Handbreit unter unseren Füßen strömt und sprudelt Wasser aus Öffnungen im Gestein. Stahlseile an der Felswand helfen beim Überwinden besonders enger Stellen. Noch ein paar beherzte große Schritte – und schon stehen wir auf dem ehemaligen Boden eines urzeitlichen Meeres, dessen Brandungsrippeln hier erhalten sind. „Wir gehen über sanfte Wellen aus Sand, die die Brandung eines Meeres aufgeworfen hat, dessen Wellen hier vor rund 200 Millionen Jahren wogten“, erklärt Günter Nosbüsch, „dann legte sich in diesem Randmeer des Ur-Ozeans Tethys der Kalk darüber, und beides wurde zu Stein.“ Und heute stehen wir hier. Es sind unbegreifliche Dimensionen von Raum und Zeit, die man in dieser Schlucht durchschreitet, eine ganz eigene Welt: beeindruckendes Zeugnis der Erdgeschichte und eine einzigartige wildschöne Natur, die uns in ihren Bann schlägt. //
Oliver Abraham
war begeistert von der Wanderung durch die Wutachschlucht – vom Gang durch die Erdgeschichte ebenso wie von den vielen Facetten der Natur.
Informationen für Besucher
Ein schweres Unwetter verursachte Anfang Juli in der Lotenbachklamm einen durch eine umgestürzte Tanne ausgelösten großen Erdrutsch, die Klamm musste daraufhin gesperrt werden. Da weitere Rutschungen an der instabilen Abbruchkante zu erwarten sind, besteht derzeit Lebensgefahr. Die Sperrung dauert bis mindestens Frühjahr 2027. Alle anderen Wege sind jedoch Stand Juli 2026 offen. Ein Baumsturz am Tannegger Wasserfall konnte aufgearbeitet werden. Durch die anhaltende Trockenheit sind die Bachorganismen stark gestresst, daher gilt es, das Badeverbot strikt einzuhalten.
Das Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege des Regierungspräsidiums Freiburg kümmert sich intensiv um die Pflege der wertvollen Biotope sowie um die Information und Lenkung der Gäste. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch der Wutach-Ranger, der direkt im Schutzgebiet als Ansprechpartner präsent ist. Mehr Informationen zur Wutachschlucht gibt es unter: hochschwarzwald.de, schwarzwald-tourismus.info oder hochschwarzwald.de/erleben/wutachschlucht
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