Text: Gunther Willinger
Es gibt nicht viel, was mich vor Sonnenaufgang aus dem Bett locken könnte. Aber die Aussicht auf eine Tierbeobachtung tut es. An diesem Märzmorgen sitze ich um kurz nach halb sechs in meinem Fotoversteck in einer Hecke irgendwo zwischen Streuobstwiesen, Weiden und Ackerland. Die Nacht steckt noch in den Senken. Die Schlehen leuchten weiß aus dem Halbdunkel, vor mir liegt ein alter Fuchsbau. Doch statt der Füchse sehe ich zuerst einen Feldhasen, der angehoppelt kommt. Dann noch einen. Wenig später landet ein Bussard auf der Wiese und läuft zu Fuß durch das taunasse Gras, offenbar auf der Suche nach Regenwürmern. Grünspechte lassen ihren charakteristischen, an ein gellendes Lachen erinnernden Ruf erklingen und auch einen Steinmarder entdecke ich, der von Hecke zu Hecke huscht. Die Sonne schiebt sich langsam über den Horizont und wärmt endlich meine klammen Finger. Die geplanten Füchse werde ich an diesem Morgen nicht sehen, und trotzdem bin ich am Ende zufrieden nach Hause gefahren.





