Wer einen Garten oder eine Streuobstwiese besitzt, kann im Spätsommer und Herbst viel Obst und Nüsse ernten. Oft ist die Ernte so reichlich, dass sie sich nicht direkt verzehren lässt. Besonders Früchte mit Druckstellen oder Spuren von Insektenfraß lassen sich aber auch nicht beliebig lange lagern oder einwecken. Wohin also mit all den Äpfeln, Birnen und Co?
Einige Obstsorten eignen sich besonders gut zur Herstellung von Saft oder Most, darunter Äpfel, Birnen und Trauben. Es können aber auch Kirschen, Beeren, Quitten, Hagebutten oder andere Früchte zum Entsaften und Mosten verwendet werden. Feste Obstsorten liefern dabei einen dünneren Saft, mehlige Sorten eher ein dickflüssigeres Produkt.
Wo ist die nächste Mosterei?
Wer möchte, kann einen Teil seiner Obst-Ernte in einer Mosterei zu Saft verarbeiten lassen. Eine Mosterei in seiner Nähe kann man in der Liste des Naturschutzbundes NABU suchen. Dort sind 305 stationäre und 129 mobile Mostereien verzeichnet, die nach Terminvereinbarung und gegen Entgelt aus dem gelieferten Obst Saft oder Most herstellen. Auch zwölf Ölmühlen sind in dem Verzeichnis aufgelistet. Diese verarbeiten auf Wunsch beispielsweise Haselnüsse, Walnüsse oder andere Kerne zu kaltgepresstem Speiseöl. Diese Betriebe nehmen dabei auch kleinere Mengen Obst oder Nüsse an und geben das Produkt direkt an die Hobby-Gärtner zurück. Das nennt sich „Lohnmosterei“.
Wem es nicht so wichtig ist, dass er zu 100 Prozent seinen „eigenen“ Saft bekommt, kann sein Obst auch bei Mostereien abgeben, die mehrere kleine Lieferungen kombinieren und daraus ein Misch-Produkt herstellen. Bei diesem „Lohntauschverfahren“ erhält man also Saft und Most aus Obst, dass wenn überhaupt nur zu einem geringen Teil im eigenen Garten gewachsen ist. Der Vorteil: Es ist günstiger als die Lohnmosterei. Oft erhält man auch eine Gutschrift und kann sich den Gegenwert der eigenen Früchte in Saft schrittweise abholen, statt alle Flaschen oder Saftboxen auf einmal mitzunehmen.
Wie gesund sind die Säfte?
Die gepressten Säfte enthalten gesunde Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe. Apfelsaft liefert zum Beispiel Ballaststoffe, die die Verdauung fördern, und Antioxidantien, die das Herz-Kreislauf-System schützen. Traubensaft ist ebenfalls reich an Antioxidantien und Vitaminen, die das Immunsystem stärken.
Aus eigenem Obst gepresste Säfte haben zudem in der Regel einen geringeren Zuckeranteil als im Supermarkt gekaufte Fruchtsäfte, die meist aus Konzentraten bestehen und mit Zuckerwasser gestreckt sind. Allerdings enthalten auch die eigenen und gekauften Direktsäfte, die ausschließlich aus frischen Früchten hergestellt werden, noch natürlichen Fruchtzucker. Im Durchschnitt beträgt ihr Zuckergehalt etwa zwölf Prozent – ähnlich viel wie Cola. Der genaue Gehalt ist abhängig von Obstsorte und Reifegrad der Früchte.






