Spanische Wissenschaftler haben einen Test entwickelt, der echten Champagner von billigen Kopien unterscheiden kann. Er beruht auf der Entdeckung, dass jeder Schaumwein einen individuellen Fingerabdruck aus Spurenelementen besitzt, aus dem sich seine Herkunft ablesen lässt. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausgabe vom 19. Juni).
Die Wissenschaftler um Ana Maria Caméan von der Universität Sevilla entdeckten in Cava aus Spanien und Champagner aus Frankreich jeweils unterschiedliche Konzentrationen von Spurenelementen wie Zink und Strontium. Die Konzentrationen dieser Metalle waren so typisch wie ein Fingerabdruck für einen Menschen. Diese Elemente werden von den Reben aus dem Boden aufgenommen und gelangen über die Trauben in den Wein. Da die Konzentration der Metalle im Boden von Anbauregion zu Anbauregion verschieden ist, unterscheidet sich auch deren Zusammensetzung im Wein.
Die Forscher berechneten diesen Fingerabdruck der Getränke mit einem Statistikprogramm, in das die Konzentrationen von neun Metallen eingegeben wurden, die in Schaumwein vorkommen. Alle 35 getesteten Schaumweine konnten damit entweder als spanischer Cava oder französischer Champagner identifiziert werden.
Teure Champagner, deren Herkunft fragwürdig erscheint, könnten mit dieser Methode auf ihre Herkunft überprüft werden. Stimmen die Signaturen mit dem typischen Fingerabdruck von Wein aus dem genannten Anbaugebiet überein, steht auch ein echter Champagner im Regal. Mit dieser Methode ist es nun viel leichter, Etikettenschwindel bei Weinen und Schaumweinen nachzuweisen. Der Autor der “New Sotheby’s Wine Encylopedia”, Tom Stevenson, begrüßt das neue Testverfahren: Tests wie der von Caméan könnten künftig den Betrug bei Wein eindämmen. Mittlerweile kämen drei Viertel aller italienischen Weine, die in den USA verkauft würden, nicht mehr aus Italien, klagt Stevenson.
ddp/bdw ? Benjamin Eckenfels





