Wissenschaftler haben Mäuse gentechnisch so verändert, dass sie in ihrem Körper die gesunden so genannten Omega-3-Säuren selbst herstellen können. Dazu isolierten die Forscher ein Gen namens “Fat-1” aus dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans und übertrugen es in das Erbgut von Mäusen. Mit einem solchen Verfahren könnten in Zukunft gesündere Eier oder gesündere Milch hergestellt werden, berichten die Wissenschaftler um Jing X. Kang von der Harvard Medical School in Boston im Magazin Nature (Ausgabe 427, Seite 504).
Die so genannten Omega-3-Säuren, die zum Beispiel im Fischöl vorkommen, können von Säugetieren nicht hergestellt werden, auch nicht vom Menschen. Ernährungsexperten empfehlen, viel von diesen mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu sich zu nehmen, weil sie unter anderem vor Herzerkrankungen schützen. Fat-1 ist die Bauanleitung für ein Enzym, das die häufig vorkommenden sogenannten Omega-6-Fettsäuren in eine der gesünderen mehrfach ungesättigten Versionen überführt.
In den Organen der gentechnisch veränderten Mäuse fanden die Forscher deutlich mehr Omega-3-Säuren. Die Omega-6-Säuren hingegen waren reduziert. Die Tiere erwiesen sich als gesund und es zeigten sich bisher keine schädlichen Nebenwirkungen des veränderten Fettstoffwechsels. Welchen Einfluss das Verhältnis der beiden Fettsäuren auf deren schützende Wirkung im Körper hat, könne nun besser untersucht werden.
Um den Anteil der Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung zu erhöhen, wird bei der Produktion von Lebensmitteln häufig Fischmehl eingesetzt. Mit Nutztieren, welche die gesunden Fettsäuren selbst produzieren, könnte der Anteil dieser Fette in der Nahrung deutlich erhöht werden, so Kang.
ddp/bdw ? Karin Otzelberger





