Niederländische Forscher möchten künstliches Fleisch im Labor züchten und so das Töten von Tieren überflüssig machen. Das berichtet das Magazin “Geo-Wissen – Ernährung” (Hamburg). Fleischklumpen von mindestens 50 Gramm will der Dermatologe Wiete Westerhof von der Universität Amsterdam in großen Containern heranwachsen lassen. Er haben sich von der Methode zur Herstellung künstlicher Haut inspirieren lassen. Er besitze zusammen mit zwei Geschäftsleuten bereits ein weltweites Patent unter der Nummer WO 99/31222/3 auf diese Methode. Allerdings sei das Verfahren noch nicht ganz ausgereift, schreibt “Geo”.
Die Fleischproduktion soll mit Hilfe von Kollagen-Gerüsten gelingen, an denen Muskelzellen andocken, die zuvor Spendertieren entnommen worden sind. Westerhof spricht von Containern mit mehr als 5000 Litern Fassungsvermögen, in denen das Fleisch in einer Nährstofflösung erzeugt werden könne. Die Flüssigkeit solle 62 Inhaltsstoffe, darunter 20 Aminosäuren, 12 Vitamine und diverse Enzyme enthalten.
“Das Produkt hat die Struktur und den Geschmack von magerem Fleisch, ohne dass die Tiere leiden müssen oder religiöse und ethische Bedenken oder Umweltprobleme auftreten, wie das bei der heutigen Fleischproduktion der Fall ist”, heißt es laut “Geo” in der Patentschrift. Außerdem sei die Substanz frei von Fett, Knochen, Knorpeln und Sehnen und deshalb auch für die “ältere Generation einfacher zu konsumieren”.
Die Produktion gelinge nicht nur mit Muskelzellen von Schweinen, Rindern und Hühnern. Auch Fleisch von Kängurus, Walen oder Langusten ließe sich auf diese Weise herstellen. Allerdings habe sich in den bisherigen Versuchen die Zahl der Zellen lediglich alle zwei bis drei Tage verdoppelt. Derzeit suchen die Patentinhaber nach Investoren.
dpa





