Text: Claudia Riess
Du bist, was du isst“ – geprägt wurde der Satz vom deutschen Philosophen Ludwig Feuerbach bereits im 19. Jahrhundert. Neu war er damals allerdings nicht, denn bereits in der Antike wies der berühmte griechische Arzt Hippokrates von Kos (460 bis 370 v. Chr.) auf den Zusammenhang zwischen Essen und körperlichem Wohlbefinden hin. „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein“, pries er. Dieser Leitsatz wurde im Laufe der Jahrhunderte von zahlreichen Medizinern und Heilkundlern umgesetzt und man findet Ernährungsempfehlungen als therapeutische Mittel in vielen Schriften der Antike: vom alten Ägypten über Indien bis nach China. Auch in den großen Heilkunstlehren wie dem indischen Ayurveda oder der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) nimmt die Ernährung einen zentralen Stellenwert ein.
Und heute, Jahre und Studien später, sind sich Wissenschaft und Forschung einig: Was wir essen, hat einen entscheidenden Einfluss auf unsere körperliche und seelische Verfassung und unser Wohlbefinden. Eine ausgewogene, maßvolle Ernährung versorgt Körper und Geist mit den notwendigen Makro- und Mikro-Nährstoffen wie Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten sowie Vitaminen und Mineralien, um sämtliche Funktionen aufrechtzuerhalten und sich vor Krankheiten zu schützen.
Vorbeugen und Leiden lindern
Doch Hippokrates‘ Zitat bedeutet weitaus mehr: Die richtige Ernährung kann sogar bereits vorhandene Leiden reduzieren. In der modernen Medizin wird die Ernährungstherapie als wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung immer häufiger angewendet. Bestimmte Ansätze, wie eine ketogene Diät zur Behandlung von Epilepsie, zeigen deutlich, wie Nahrung als Heilmittel eingesetzt werden kann.
Heilfasten hilft beispielsweise bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arthritis. Eine groß angelegte Studie der Buchinger Klinik mit dem Immanuel Krankenhaus der Berliner Charité kam zu dem Ergebnis, dass sich beim Fasten in 84 Prozent der Fälle schwerwiegende gesundheitliche Störungen wie Arthritis, Diabetes Typ 2 sowie Fettleber, Bluthochdruck und Erschöpfungszustände deutlich bessern.
Heute zählt eine ausgewogene Ernährung zudem zu wichtigen Maßnahmen der Prävention. Doch was heißt „richtig“ oder „ausgewogen“? Und welche Ernährung gilt als „gesund“? Vor der Beantwortung dieser Fragen steht ein kurzer Rückblick: Wie hat sich unsere Ernährung entwickelt – von den Jägern und Sammlern zum Fastfood?
Steinzeit-„Diät“ bis kalorienreiches Essen im Mittelalter
Bei unseren Vorfahren, den Jägern und Sammlern der Steinzeit, bedeutete Nahrung vor allem eins: Überleben. Sie ernährten sich von dem, was ihnen die Natur bot – von wilden Tieren wie Mammuts, Höhlenbären und Hirschen, von Früchten, Beeren, Nüssen, Wurzeln und Kräutern. Die Ernährung der Steinzeit, die sich über einen Zeitraum von etwa 2,5 Millionen Jahren erstreckte, war reich an Proteinen, tierischen Fetten und Ballaststoffen, doch auch Kohlenhydrate gab es bereits, wie südafrikanische Höhlenfunde jüngst belegten.





