Der Wirkung von Fruktose und Glukose sind die Forscher um Bettina Wölnerhanssen vom Universitätsspital Basel nun durch pharmakologische Analysen und Untersuchungen mittels der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) nachgegangen. Sie verabreichten dazu zwölf gesunden, jungen Männern über eine Magensonde je einmal Fruktose, Glukose oder eine wirkungslose Kontrollsubstanz (Placebo). Anschließend untersuchten die Forscher die Gehirnaktivität der Probanden im Ruhezustand mittels fMRT. Außerdem wurden ihnen Blutproben zur Bestimmung des Spiegels von Sättigungshormonen im Körper entnommen und die Forscher befragten die Teilnehmer nach ihrem persönlichen Sättigungsgefühl.
Nach Fruktose-Gabe ins Hirn geblickt
Die Auswertung der Hirnscans zeigten: Die beiden Zuckerarten unterscheiden sich deutlich in der Netzwerkaktivierung innerhalb des limbischen Systems von Hippocampus und Amygdala. Es handelt sich dabei um einen Hirnbereich, der für die Regulation von Emotionen und Trieben verantwortlich ist, erklären die Forscher. Es zeichnet sich ihnen zufolge ab, dass Fruchtzucker das Belohnungssystem vergleichsweise wenig aktiviert. Die Blutuntersuchungen zeigten zudem: Das Niveau bei den Sättigungshormonen stieg nach der Fruktose-Gabe kaum bis wenig an – im Gegensatz zur Glukose, die einen starken Effekt verursachte. Dies spiegelte sich auch in dem persönlichen Empfinden der Probanden wider, wie die Forscher berichten: Die Fruktose steigerte das Sättigungsgefühl kaum.
Die Ergebnisse liefern damit Hinweise auf die Ursachen des fehlenden Sättigungseffekts der Fruktose, sagen die Forscher. Sie wollen nun den unterschiedlichen Wirkungen von Glukose und Fruktose auch weiter nachgehen. Wieweit beispielsweise unterschiedliche Insulinspiegel oder andere Einflüsse eine Rolle spielen, sollen weitere Untersuchungen mit mehr Probanden nun zeigen.





