Ein einzelnes Gen bringt Früchte in Form und sorgt dafür, dass Tomaten rund und Birnen birnenförmig sind. Das berichten amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift “Proceedings” der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (Vorabpubliaktion doi: 10.1073/pnas.162485999).
Die Biologen um Steven Tanksley von der Cornell-Universität in Ithaca hatten bei Tomaten das Gen “OVATE” ausgeschaltet, und die Früchte wuchsen birnenförmig. Ohne dieses regulierende Gen wächst die Spitze einer Frucht mehr als ihr Boden, und es entsteht die typische Birnenform mit langem Hals und knolligem Fuß. Bei runden Früchten stoppt OVATE dieses Wachstum, indem das Gen ein Eiweiß produziert, das wiederum andere Gene kontrolliert, vermuten die Wissenschaftler.
Die meisten wilden Früchte sind rund. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Tier, das sich über eine Frucht hermacht, auch etwas von den Samen in ihrer Mitte verspeist und verbreitet. Doch seit der Mensch Pflanzen kultiviert, haben birnenförmige Früchte auch eine Chance, da der Mensch die ungewöhnliche Form mag. So haben Menschen vermutlich aus ästhetischen Gründen Früchte wie Birnen oder Avocados hervorgebracht, vermuten Botaniker.
Schon in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatten Forscher birnenförmige Tomaten gezüchtet. Doch die Unterlagen zu diesen Versuchen waren verloren gegangen. Tanksley und seine Kollegen haben diese Früchte wieder erfunden.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





