Amerikanische Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology verhalfen einem Fadenwurm mit Hilfe eines “Anti-Alterungs-Gens” aus Hefe zu einem um 50 Prozent verlängerten Leben. Die Arbeitsgruppe unter Leitung von Leonard Guarente hat ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Nature veröffentlicht. Fernziel weiterer Forschungen ist ein besseres Verständnis und eine mögliche Hemmung des Alterungsprozesses beim Menschen.
Das sogenannte SIR2-Gen in Hefen beeinflusst auf noch unbekannte Weise deren Lebensspanne. Zellen mit zwei Kopien des Gens leben länger. Fehlt das Gen ganz, verkürzt sich die Lebenszeit. Nach Übertragung des Gens in den Fadenwurm Caenorhabditis elegans verlängerte sich dessen Leben von zwei auf drei Wochen.
Überraschend ist, dass das Hefe-Gen im wesentlich komplexer aufgebauten Fadenwurm die gleiche Funktion erfüllt. Offenbar handelt es sich um ein sehr konservatives Gen, das im Lauf der Evolution auch in höheren Organismen erhalten blieb. “Was für Hefen und Würmer gilt, gilt vielleicht für alle Organismen”, sagt Guarente.
Inzwischen arbeiten die Forscher auch mit Mäusen. Hier, genau wie beim Menschen, gibt es allerdings nicht nur ein Gen, sondern gleich sieben Gene ähnlicher Sequenz, die möglicherweise den Alterungsprozess beeinflussen. Die vorliegenden Ergebnisse bestätigen die Ansicht, dass Langlebigkeit genetische Ursachen hat.
Joachim Czichos





