Die Menschen in der Antike teilten die Zeit im Alltag nach der Sonne ein und benutzten dazu Temporalstunden: jeweils zwölf Stunden von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang beziehungsweise für die Nacht. Da es im Sommer länger hell ist, waren die Stunden in dieser Jahreszeit länger als im Winter. Angaben von Stundenbruchteilen waren nur bei den Astronomen üblich. Sie benutzten damals schon die heute geltenden gleich langen Äquinoktialstunden.
„Die Alfonsinischen Tafeln von 1262, die von Alfons X. von Kastilien in Auftrag gegeben wurden, sind das älteste Dokument, das die Einteilung eines Tages in 24 Stunden à 60 Minuten mit je 60 Sekunden beschreibt”, erklärt Johannes Graf vom Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen. Diese Einteilung geht letztlich auf die Babylonier zurück. Sie verwendeten das Sexagesimalsystem, ein Zahlensystem mit der Basis 60.
Messbar wurde die Sekunde erst durch Jost Bürgi. Der Mechaniker, der an der Sternwarte in Kassel arbeitete, entwickelte Ende des 16. Jahrhunderts ein Uhrwerk mit sogenannter Kreuzschlaghemmung. Durch diese spezielle Mechanik gehört das Werk zu den präzisesten, die damals gebaut wurden. „Erst diese Erfindung machte es möglich, eine sekundengenaue Uhr zu bauen. Das war wichtig für die Wissenschaft, für die genaue Messung und Wiederholbarkeit von Experimenten”, sagt Graf. Den Durchbruch für die Sekundenmessung im Alltag brachten die Pendeluhren, die Ende des 17. Jahrhunderts aufkamen.





