Wissenschaftler der University of Florida wollen mit Genen der gewöhnlichen Stubenfliege ein billiges Konservierungsmittel für Länder der Dritten Welt schaffen. Dazu nutzt das Team um den Ernährungswissenschaftler Marty Marshall ein kleines Protein der Fliege, das den Bräunungseffekt in Früchten verhindert. Die Forschungsarbeiten basieren auf einer japanischen Studie. Sie zeigte, dass ein bestimmtes Eiweiß der Fliege Enzyme zur Härtung des Corpus und dessen Bräunung auf- und abschalten können.
Das Enzym namens Polypenoloxidase ist das gleiche wie jenes, das Früchte und Gemüse braun werden lässt, sagte Rosa Rolle von der amerikanischen Organisation für Ernährung und Landwirtschaft. Obwohl eine braune Verfärbung nicht schädlich sei, werden jährlich Produkte in Milliarden-Dollar-Höhe weggeworfen, ergänzte Marshall. Es handle sich allerdings lediglich um eine Sauerstoffreaktion, die beim Abschneiden der Früchte oder Gemüse stattfindet.
Für den Versuch extrahierte Marshall das Protein aus über hundertausend Fliegen, die noch nicht vollständig entwickelt waren. Die Fliegenpuppen wurden in ionisiertem Wasser gewaschen, mit flüssigem Stickstoff gefroren und pulverisiert. Um das “Anti-Bräunungs”-Peptid zu extrahieren, mischten die Forscher das Pulver mit einer so genannten Pufferlösung. Dadurch wurden alle schädlichen Bakterien in der Puppe zerstört. Gleichzeitig extrahierten sie das Bräunungsenzym aus einem “Red Delicious Apfel”.
“Im Laborversuch wurden beide Enzyme zusammengeführt. Rund 60 Prozent des Bräunungsenzym wurde neutralisiert”, sagte Marshall. Im nächsten Schritt sollen die Menge des benötigten Bräunungshemmer und Sicherheitsaspekte festgelegt werden. “Ein Spray gegen braune Stellen auf Obst und Gemüse könnten bald möglich sein”, behauptet der Ernährungswissenschaftler.
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