Der Tag, an dem eine Pizza zu einem gesunden Lebensstil gehört, scheint nicht mehr fern: Wissenschaftler von Unilever haben eine gentechnisch veränderte Tomate kreiert, die dem Herzen gut tun soll. Im Vergleich zu ihren natürlichen Artgenossen enthält sie 78 mal soviel “Flavonole”, schreiben die Forscher im Magazin “Nature Biotechnology”.
Flavonole sind Zellschutzstoffe, die entzündungshemmend wirken und das Altern der Zellen verlangsamen. Außerdem vermindern sie die Wachstumsrate mancher Krebszellen. Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass Flavonole das Risiko von Herzkrankheiten senken.
Die Forscher um Martine Verhoeyen haben aus Petunien ein Gen isoliert, das die Produktion dieser Zellschutzstoffe ankurbelt. Das Gen konnten sie erfolgreich in Tomaten einbringen. Die so veränderten Pflanzen enthielten danach in ihrer Schale deutlich mehr Flavonole.
Die Tomaten haben sich durch die Veränderung geschmacklich nicht verändert und vererben das neue Merkmal an nachfolgende Generationen. Werden die Pflanzen zu Paste verarbeitet, bleiben mehr als die Hälfte der Flavonole erhalten, berichten die Wissenschaftler.
Flavonole kommen auch in Zwiebeln oder Tee vor. Die veränderten Tomaten enthalten etwa so viel der begehrten Substanz wie Zwiebeln.
Andreas Wawrzinek





