In der letzten Phase des Sommers liegt eine friedliche Erschöpfung über den meisten Gärten. Die frische Energie des Frühjahrs ist verbraucht, einjährige Pflanzen sind zu ihrer maximalen Größe herangewachsen und die meisten Früchte warten darauf, geerntet zu werden. Im Spätsommer, also ab Mitte August, braucht Ihr Garten daher nochmal einiges an Hingabe. Jetzt können Sie von der Arbeit der Vormonate profitieren und für den Herbst und Winter vorsorgen.
Ernten, was reif ist
Das meiste Obst und Gemüse kann man jetzt ernten, zum Beispiel Mais, Brokkoli, Blumenkohl, Rotkohl, Fenchel, Gurken, Kohlrabi, Kürbisse, Mangold, Spinat, Salat, Paprika und Chili. Auch reife Möhren, Radieschen, Rote Bete, Zucchini, Gurken und Auberginen, Tomaten und Zwiebeln warten im Beet. Es empfiehlt sich, nicht alles Gemüse gleichzeitig zu ernten, sondern nach und nach. So kann die Pflanze mehr Früchte reifen lassen und die Erträge werden nicht von Schädlingen verzehrt.
Wenn die Blätter der Kartoffel-Pflanzen verwelken, können Sie auch die ersten Knollen ausgraben. An den Obstbäumen und -sträuchern sind Blaubeeren, Mirabellen, Pflaumen und bald darauf Äpfel, Birnen und Quitten erntereif. Auch Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei und Lavendel können Sie jetzt abschneiden und zum Trocknen aufhängen. Abseits von den Gärten können Sie im Wald und in Parks Kornelkirschen, Hagebutten und Holunderbeeren ernten.
Wie lagert man die Ernte richtig?
Im Spätsommer wird oft mehr Obst und Gemüse reif, als man verzehren kann. Daher ist es wichtig, die Ernte richtig zu lagern. Mais und Blumenkohl lagert man mit ihren schützenden Blättern im Kühlschrank. Dort fühlen sich auch Lauch, Salat, Mangold und Spinat wohl. Für die Haltbarkeit von Karotten, Pastinaken, Radieschen, Roter Bete, Rettich und Kohlrabi ist es besser, vorab das Laub zu entfernen.
Obst, Tomaten, Gurken, Auberginen, Paprika und Chili können in Schüsseln oder Kisten außerhalb des Kühlschranks gelagert werden. Sie sollten sich aber nicht berühren, denn sonst kann es zu Druckstellen und Schimmel kommen.
Zucchini, Kürbis und Melonen müssen ebenfalls nicht in den Kühlschrank, sondern können an einem kühlen Ort in Netzen aufgehängt werden. Ein dunkler, kühler Ort wie der Keller eignet sich auch für Wurzelgemüse wie Sellerie, Kohlrabi, Karotten und Kartoffeln. Möhren und Rote Bete können dort auch in feuchtem Sand eingegraben werden.
Will man die eigene Ernte auch im Spätherbst und Winter genießen, sollte man sie länger haltbar machen. Dazu eignet sich das Einfrieren, aber auch traditionelle Techniken wie Einkochen, Fermentieren oder Trocknen.
Diese Pflanzen brauchen jetzt Pflege
Während der Erntezeit brauchen Ihre Gartenpflanzen besonders viel Pflege, um gesund zu bleiben. Geizen Sie Tomatenpflanzen weiter aus und brechen Sie Blüten heraus, damit sich die Pflanze auf die bereits bestehenden Früchte konzentrieren kann. Um Krankheiten und Pilzbefall einzudämmen, entfernen Sie betroffene Blätter oder Pflanzen. Äste mit schwerem Obst- oder Gemüsebehang können Sie mit Holzkonstruktionen stützen, damit sie nicht brechen.
Und auch nach der Ernte geht die Arbeit weiter: Abgeerntete Himbeer- und Brombeer-Ranken schneiden Sie bodennah ab. Verblühte Stauden können jetzt geteilt und so vermehrt werden. Auch bei anderen Blumen können Sie aus den Blüten Samen nehmen und diese für das nächste Jahr trocknen. Lavendel sollte man Ende August um ein Drittel kürzen.
Der Spätsommer ist ein wichtiger Zeitpunkt, um ihre Obstbäume vor Schädlingen zu schützen. Aber zu klebenden Leimringen oder Leimpaste sollte man dabei nicht greifen. Denn die als umweltfreundlich beworbenen Produkte können zur Gefahr für Vögel werden. So gefährdet man das natürliche Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen. Unterstützen Sie Fressfeinde der Schädlinge lieber mit einheimischen Pflanzen in ihrem Garten und indem Sie einen Teil des Laubs liegen lassen. Heruntergefallene Früchte sollten entfernt werden. Gegen Pflaumen-, Apfel- und Traubenwickler helfen Schlupfwespen, die Sie im Spätsommer gezielt aussetzen können.
Was kann man im Spätsommer noch säen?
Zwar ist der Frühling die Hauptzeit der Aussaat, aber auch im Spätsommer kann man noch Pflanzen für die Ernte im Herbst und Winter säen. Besonders geeignet sind schnell wachsende Blattgemüse wie Feld- oder Schnittsalat, Rucola, Spinat und Winterportulak. Auch Radieschen, Winterrettich, Chinakohl, Pak Choi, Teltower Rübchen und Dill gedeihen gut bei kühleren Temperaturen und kürzeren Tagen.
Ab September lassen sich außerdem Knoblauch und Steckzwiebeln setzen, die dann im Frühjahr austreiben. Wer sich auf Rhabarber freuen möchte, kann ihn jetzt ebenfalls pflanzen: So hat er ausreichend Zeit, gut anzuwachsen und im kommenden Jahr kräftige Stiele zu bilden. Zudem ist der Spätsommer eine gute Zeit, um zweijährige Blumen für das nächste Jahr auszusäen – etwa Fingerhut, Bartnelken, Stockrosen oder Silberblatt.

Mulchen Sie mit organischen Materialien wie Pflanzenschnitt, um den Boden zu schützen. Auch Gründüngung ist jetzt sinnvoll: Pflanzen wie Phacelia, Buchweizen oder Gelbsenf können auf abgeernteten Beeten ausgesät werden. Sie unterdrücken Unkraut, lockern den Boden und liefern organische Masse.
So gestalten Sie Ihren naturnahen Garten im Spätsommer
Falls Sie noch keinen Komposthaufen haben, können Sie diesen jetzt gut anlegen, denn im Spätherbst fallen viele Gartenabfälle an. Bis zum nächsten Frühjahr kann sich so nährstoffreiche Komposterde bilden.
Der Spätsommer ist darüber hinaus ein guter Zeitpunkt, um Nisthilfen für Vögel zu reinigen oder neu aufzuhängen. Alte Nester sollten jetzt entfernt und das Innere sorgfältig ausgefegt werden, um Parasiten zu beseitigen. Auf chemische Reinigungsmittel sollte man dabei verzichten. Saubere Nistkästen werden im Herbst oft bereits als Schlafplätze genutzt und im nächsten Frühjahr wieder bezogen. Igel, die bald ihr Winterquartier suchen, freuen sich über wilde Ecken im Garten aus dichtem Buschwerk, Laub oder Holz. Solche Rückzugsorte fördern die Artenvielfalt und machen den Bio-Garten zu einem lebendigen Ökosystem.





