Herr Scheffler, Sie bringen seit 30 Jahren Menschen in Entwicklungsländern bei, ihren Solarkocher nachzubauen. Mit welchem Erfolg?
Es gibt inzwischen circa 2500 Scheffler-Spiegel in etwa 40 Ländern. Mittlerweile gibt es ein Kraftwerk mit einem Megawatt mit 770 Spiegeln mit je 60 Quadratmeter. Das liefert Energie in einen Wärmespeicher aus Eisen, so dass es Tag und Nacht in Betrieb sein kann.
Was ist das Besondere an den Scheffler-Spiegeln?
Das Besondere ist, dass der Spiegel einen Brennpunkt hat, der – unabhängig vom Stand der Sonne – immer an der gleichen Stelle ist. Dadurch kann er sehr praxisnah zum Kochen oder zur Stromerzeugung genutzt werden. Den Spiegel gibt es in verschiedenen Größen, angefangen von zwei bis zu 60 Quadratmetern. Der kleine versorgt etwa einen kleinen Vier-Personen-Haushalt mit Wärme, hauptsächlich zum Kochen. Spiegel von etwa zehn Quadratmetern reichen für ungefähr 50 Personen. Damit kann zum Beispiel eine Schule kochen und sich selbst versorgen. Die ganz großen Spiegel dienen hauptsächlich der Dampferzeugung – mit Hilfe einer Dampfturbine wird die Wärme in Strom gewandelt. Die Spiegel haben keine fest Form, denn sie müssen je nach Jahreszeit unterschiedlich gebogen und an den Sonnenstand angepasst werden. Dadurch erreichen wir den fest stehenden Brennpunkt.
Wie teuer und wartungsintensiv ist die Technik?
Die Spiegel werden meist lokal und mit geringeren Arbeitskosten als bei uns hergestellt. In Indien kostet ein Zehn-Quadratmeterspiegel ungefähr 1500 bis 2000 Euro, den kleinen Spiegel gibt es für etwa 200 Euro. Damit hat man über Jahrzehnte praktisch alle Brennstoffkosten abgedeckt. Denn gewartet werden muss unser Spiegel fast gar nicht. Die Drehteile brauchen mal ein bisschen Fett, und die Oberfläche muss man immer mal wieder sauber machen. Mehr ist nicht notwendig.
Wenn in 30 Jahren 2500 Spiegel gebaut worden sind, dann ist das ja nicht besonders viel, wenn man sich diese großen Vorteile anschaut. Woran liegt es, dass ihr Solarkocher nicht millionenfach in der Welt verbreitet ist? Der Bedarf ist doch da…
Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir nicht die optimale Strategie hatten.
Was kann ich mir darunter vorstellen?




Die Europäische Umweltstiftung hat am vergangenen Wochenende zum vierten Mal den Internationalen Konvent der Umweltpreisträger veranstaltet. Im Rahmen des Konvents unterzeichneten mehr als 100 Preisträger einen Appell, in dem sie die Einführung einer CO 2-Steuer fordern. Wir veröffentlichen an dieser Stelle Teile des Aufrufs:
