Seehunde erkennen am Gesang, ob es sich um harmlose Fisch fressende oder um Robben jagende Wale handelt. Das berichten US-Forscher im Fachmagazin Nature (Bd. 420, S. 171).
Die Wissenschaftler um Volker Deecke vom marinen Wissenschaftszentrums in Vancouver untersuchten eine Seehundkolonie an der Küste Britisch-Kolumbiens. In dieser Gegend kommen zwei Schwertwalgruppen vor. Während die eine mit den Seehunden in enger Nachbarschaft lebt und sich ausschließlich von Fisch ernährt, macht die andere Gruppe hingegen Jagd auf Robben.
Die Biologen beobachteten, dass die Seehunde die Flucht ergriffen, wenn sie den Gesang ihrer Jäger hörten. Die Geräusche der ungefährlichen Nachbarn zeigten hingegen keinerlei Wirkung. Tonbandaufnahmen mit den Tönen Fisch fressender Wale, die vor der Küste Alaskas vorkommen, konnten bei den Robben ebenso Fluchtverhalten auslösen.
Vermutlich prägen sich Seehunde den Gesangstyp ihrer harmlosen Nachbarn ein. Da jede Walfamilie verschiedene Gesangsdialekte benutzt, können die Seehunde wahrscheinlich nur bekannte von unbekannten Walgeräuschen unterscheiden, vermutet Deecke.
ddp/bdw ? Teresa Baethmann





