Kindern schadet es nicht, im elterlichen Bett zu schlafen. Erkennbare Vorteile in der kindlichen Entwicklung bringt das gemeinsame Schlafen allerdings auch nicht. Das haben Wissenschaftler um Paul Okami von der Universität Kalifornien in einer Langzeitstudie nachgewiesen.
Die Forscher hatten seit Mitte der 70er Jahre rund zweihundert Familien beobachtet. Viermal befragten sie die Eltern über die Schlafgewohnheiten ihres Nachwuchses. In den ersten Lebensmonaten schlief jedes dritte Kind bei seinen Eltern, im Alter von sechs durften es nur noch drei Prozent, berichten die Forscher im Fachmagazin “Developmental and Behavioral Pediatrics” (Augustausgabe).
Bisher hatten einige Experten davon abgeraten, die Kinder im Elternschlafzimmer übernachten zu lassen: Sie könnten Schlafprobleme, Verhaltensauffälligkeiten oder eine gestörte Sexualität entwickeln. Die Analyse konnte keinen derartigen Zusammenhang entdecken. Die 18-jährigen Probanden, die als Kinder öfter im Bett der Eltern geschlafen hatten, wiesen beispielsweise kein erhöhtes Risiko auf, drogen- oder alkoholabhängig, gewalttätig oder kriminell zu werden. Ebensowenig war ihre sexuelle Entwicklung negativ beeinflusst worden.
Andere Fachleute hatten Eltern oftmals den Tipp gegeben, ihre Kinder bei sich nächtigen zu lassen, weil diese als Erwachsene zu mehr Intimität fähig sein würden. Diesen Zusammenhang konnte die Studie jedoch nicht bestätigen.
ddp/bdw – Carolin Muck





