Eine neue chemische Verbindung lässt Lebensmittel im Mund kalt und erfrischend schmecken, in Kosmetika eingebracht, kann sie ihre kühlende Wirkung noch intensiver auf der Haut entfalten. Die Substanz entwickelte das Team um Thomas Hofmann von der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie in Garching bei München, wie die Novemberausgabe des Journal of Agricultural and Food Chemistry berichtet.
Die Verbindung kühlt 35-mal stärker als Minze, die als kälteerzeugender Zusatz in einigen Kaugummis und Süssigkeiten enthalten ist. Im Gegensatz zu dieser ist die neue Substanz jedoch geruch- und geschmacklos. Die kühlende Wirkung dauert im Mund zwei Mal so lange an wie bei der Minze, insgesamt etwa eine halbe Stunde. Auf der Haut ist der Kälteeffekt nach Angaben der Forscher sogar 250 Mal stärker.
Diese Ergebnisse lieferten 15 Testpersonen, deren Geschmacks- und Gefühlsinn besonders trainiert worden war. Sie hatten 26 verschiedene Stoffe auf ihre kühlende Wirkung geprüft und im Vergleich zu Menthol, der Kühlkomponente der Minze, eingestuft.
Gewonnen wird die neue Substanz aus Malzkomponenten und gehört damit einer anderen Verbindungsklasse an wie Menthol. Das neutrale Kühlmittel könnte Limonaden, Schokolade, Zahncremes und Deodorants zugesetzt werden, so Hofmann.
Susanne Donner





