Die genauen Hintergründe der oft tödlichen Mangelkrankheit bei Kleinkindern, Kwashiorkor, sind aufgeklärt. Laut einem US-Forscherteam ist die Menge an sogenannten Antioxidantien (z.B. Vitamin A und C) in der Nahrung für die Gesundheit der Kinder vor allem in Drittwelt-Ländern entscheidend. Demnach ließe sich durch eine Umstellung der Ernährung oder durch Nahrungszusätze die Kwashiorkor-Todesrate in kurzer Zeit drastisch reduzieren.
Die Wissenschaftler der University of Florida (UF) und der Washington University hatten laut ihrem Bericht im Journal of Pediatrics Urinproben von Kleinkindern aus Malawi untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Kinder mit Kwashiorkor einen sehr hohen Anteil an Indikatoren für so genannten oxidativen Stress in sich trugen, verursacht durch einen Mangel an Antioxidantien. Dies führt dazu, das gesunde Zellen im Körper zerstört werden und die Abwehrkräfte nachlassen.
Von Kwashiorkor sind etwa 40 Millionen Kinder weltweit betroffen. Davon sterben je nach Region bis zu 40 Prozent. Es ist, so die Forscher, eine extreme Form der Fehlernährung, bei der die Kinder zum einen psychisch betroffen sind – sie werden reizbar, lethargisch oder apatisch. Zum anderen bekommen die Kinder große Wundstellen auf der Haut und einen dicken Bauch. Die davor schützenden Antioxidantien dagegen sind Substanzen, die die Zellen vor Schädigung durch freien Sauerstoff, den sogenannten oxidativen Stress, schützen.
Die Forscher glauben, dass dem Problem mit einfachen Mitteln beizukommen ist. Christiaan Leeuwenburgh von der UF: “Nun da wir den oxidativen Stress als Ursache kennen, können wir Therapien entwickeln und den Kindern geringe Mengen an Antioxidantien zur Nahrung hinzugeben.” Die weltweit verbreiteten Mangos etwa seien voll von Antioxidantien. Wenn man nun die Früchte trockne, so hätte man das ganze Jahr über genug Antioxidantien zur Verfügung. (ScienceDaily)
Frieder Graef





