Wissenschaftler des John Hopkins Labors in Baltimore haben eine neue Methode entwickelt, mit der sich Wirkstoffe gegen Herzkrankheiten, Krebs oder Asthma schneller finden lassen.
Die Forscher haben farbig leuchtende Moleküle entwickelt, die an der Oberfläche von lebenden Zellen anzeigen, ob die Empfangsstation der Zelle, der Rezeptor, auf eine chemische Substanz reagiert oder nicht. Wenn nach der Bindung eines Moleküls biochemische Signale in das Innere einer Zelle weitergeleitet werden, können die Wissenschaftler ein fluoreszierendes Leuchten der Rezeptoren erkennen. Diese Vorgänge sind für einen weiten Bereich von biologischen Prozessen verantwortlich.
“Zum ersten Mal können wir die Aktivierung der Rezeptoren, die viele Vorgänge in der Zelle beeinflussen, direkt sehen”, beschreibt Peter Devreotes die Methode. Damit bräuchte, nach Aussage der Forscher, die medizinische Wirksamkeit von neuen Substanzen nicht mehr über später erfolgende chemische Reaktionen untersucht zu werden, sondern man könne sie direkt beobachten.
Als Versuchsobjekt für diese Methode nutzen die Forscher die einzellige Amöbe Dictyostelium. Über eine Veränderung des Erbguts in dem Mikroorganismus leuchtete der Rezeptor im inaktiven Zustand gelb. Wenn die Forscher eine bestimmte Chemikalie hinzugaben, die an diesen Rezeptor andockte, wurde der Rezeptor aktiviert: er leuchtete nun zyanblau. “Die Hälfte aller Medikamente nutzt Signalwege, bei dem diese Art von Rezeptoren eine Rolle spielen”, meint Chris Janetopoulos, der maßgeblich an den Forschungen beteiligt ist. Auch für die Reaktionen von Zellen auf Hormone und Neurotransmittern sind Rezeptoren verantwortlich.
Jan Oliver Löfken





