Mehrere Sorten Gen-Mais sind nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Deutschland neu zugelassen und teilweise bereits ausgesät worden. Das Bundessortenamt unter dem Dach des Verbraucherschutzministeriums habe bereits im März acht Sorten für den Anbau genehmigt, berichtete Greenpeace am Freitag in Hamburg. Die Öffentlichkeit sei trotz möglicher Gefahren nicht darüber informiert worden. Erst Mitte Mai seien die Sorten im Bundessortenblatt aufgelistet worden. Insgesamt handele es sich um 30 Tonnen Saatgut für eine Fläche von mindestens 1100 Hektar.
Greenpeace-Gentechnik-Experte Christoph Then forderte die Bundesregierung auf, über die Orte einer Aussaat zu informieren. Gen-Mais breite sich durch Pollen aus und verbreite sich so auch auf Felder mit traditionellem Mais. Gefährlich seien vor allem Sorten, die selbst Pestizide produzieren und gegen Antibiotika resistent sind. Then forderte den Stopp des Zulassungsverfahrens für eine umstrittene Sorte namens “Artuis”.
Der Saatgut-Spezialist KWS aus dem niedersächsischen Einbeck hatte versichert, seinen gentechnisch veränderten Mais “Artuis” zunächst nicht auf den Markt bringen zu wollen. “Die breite Öffentlichkeit hat aus unterschiedlichen Gründen noch kein Vertrauen zu gentechnisch veränderten Produkten”, hatte das Unternehmen mitgeteilt.
dpa





