Menschen, die unter der Glutenunverträglichkeit Zöliakie leiden, haben eine doppelt so hohe Sterberate wie Menschen, die nicht an der erblich bedingten Störung des Dünndarms leiden. Dies geht aus einer im Lancet veröffentlichten Studie italienischer Forscher hervor.
Die Wissenschaftler hatten rund tausend Glutenallergiker und gut dreitausend nahe Verwandte mehr als dreißig Jahre lang untersucht. Innerhalb dieser Zeit starben 53 der kranken Menschen, während in einer vergleichbar zusammengesetzten gesunden Gruppe weniger als 26 Menschen gestorben wären.
Todesursache Nummer eins war ein Krebs, das so genannte Non Hodgkin Lymphom. Dieser Tumor kann fast überall im Körper ausbrechen und tritt oft nach langer Zöliakie auf. Besonders hoch war das Sterberisiko, wenn die Zöliakie spät erkannt oder die erforderliche glutenfreie Diät nicht eingehalten wurde.
Zöliakie äußert sich in einer Unverträglichkeit des Kleber-Eiweißes Gluten äußert: Die Dünndarmzotten entzünden sich und können nicht mehr genügend essenzielle Nährstoffe aufnehmen. Erbrechen und Durchfall bis hin zur Blutarmut sind die Folgen. Gluten ist in Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Dinkel enthalten. Auf solche Produkte müssen Kranke lebenslang verzichten. In Deutschland leiden offiziell rund 80.000 Menschen unter Zöliakie. Auf etwa 300 Geburten rechnet man mit einem Krankheitsfall.
Susanne Donner





