Durch Versalzung gehen jedes Jahr auf der Erde etwa zehn Millionen Hektar Ackerfläche verloren. Doch gentechnisch veränderte Pflanzen könnten in Zukunft selbst diese öden Böden nutzen. Genforscher der Universität Kalifornien in Davis und der Universität Toronto haben das Erbgut von Tomatenpflanzen so verändert, dass sie selbst auf salzigen Böden noch genießbare Fürchte hervorbringen. Die Forscher wollen die Technik nun auch für andere Kulturpflanzen nutzen, berichtet das Fachblatt Nature Biotechnology (Bd. 19, S.765).
Das zusätzliche Gen haben die Forscher der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) entnommen. Es sorgt dafür, dass die veränderten Pflanzen überschüssiges Salz in ihren Blättern anreichern und dort in kleinen Bläschen einschließen. Das Salz gelangt nicht mehr in die Früchte, weshalb die Tomaten schmackhaft bleiben. “Diese Innovation wird weltweit große Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben”, sagt Eduardo Blumwald, Leiter der Studie.
Ursache für die zunehmende Versalzung von Böden ist eine intensive künstliche Bewässerung. Das zusätzliche Wasser erhöht die Produktivität der Äckern zwar kurzfristig, aber in den folgenden Jahren reichert sich das Salz aus dem Wasser in den Böden an und schädigt die Landwirtschaft. Eine klassische Züchtung von salzresistenten Nutzpflanzen verlief bisher erfolglos. Einige Wildpflanzen verfügen jedoch über eine hohe natürliche Salztoleranz. Die Forschungen haben nun gezeigt, dass bereits die Übertragung eines einzelnes Gen ausreicht, um salztolerante Pflanzen zu erzeugen.
Jan Oliver Löfken





