Ein Festtagsschmaus wie der weihnachtliche Gänsebraten vervierfacht das Risiko, innerhalb weniger Stunden einen Herzinfarkt zu erleiden. Darauf machten Kardiologen am Dienstag auf dem weltgrößten Herzkongress in New Orleans aufmerksam. Eine besonders deftige Mahlzeit belaste das Herz genauso wie eine schwere körperliche Anstrengung oder ein heftiger Wutausbruch. Das gelte besonders für Menschen, die an Arterienverkalkung (Arteriosklerose) leiden oder schon einmal einen Infarkt hatten.
Die amerikanischen Kardiologen stützen ihre Warnung auf eine Untersuchung von 1.986 männlichen und weiblichen Infarktpatienten. Von ihnen hatten 158 in einer 26-stündigen Zeitspanne vor dem Infarkt ein schweres Mahl zu sich genommen und 25 sogar nur bis zu zwei Stunden zuvor. Diese Daten bestätigten dem Team um Francisco Lopez- Jiminez vom Brigham and Women’s Hospital in Boston, dass die ersten Stunden nach einem gehaltvollen, fettreichen Essen die größte Gefahr für das Herz bergen.
Den Zusammenhang erklären sie damit, dass der Körper beim Essen und Verdauen mehr Hormone freigebe. Diese erhöhten den Herzschlag und den Blutdruck und schütteten jene chemischen Substanzen aus, die die Bildung von Blutpfropfen fördern. Durch den plötzlichen Anstieg des Blutdrucks werde mehr Sauerstoff erforderlich und das Herz weiter unter Druck gesetzt.
Mit dem höheren Blutdruck wachse auch die Gefahr, dass der Cholesterin haltige Belag (Plaque) an den Arterienwänden aufplatze und Teilchen in den Blutstrom absondere, die dann als Pfropfen einen Infarkt oder Hirnschlag auslösen können. Erschwerend für das Herz komme hinzu, dass mit der erhöhten Insulin-Ausschüttung nach einem deftigen Mahl die Entspannungsfähigkeit der Arterien sinke.
dpa





