Norwegische Biologen haben einen extrem feigen Fisch entdeckt: Die Korallengrundel ist so ängstlich, dass sie fast ausschließlich in ihrer Korallenhöhle lebt und das Versteck selbst unter extremen Bedingungen kaum verlässt – und das, obwohl sie für ihre Feinde giftig ist. Das berichten die Forscher auf der Jahrestagung der Gesellschaft für experimentelle Biologie in Southampton (GB).
Die Korallengrundel wohnt in bis zu dreißig Zentimeter großen Hohlräumen zwischen den Ästen von Korallen. Das Wasser kann dort extrem sauerstoffarm werden, wenn das Meer ruhig ist. Doch der Fisch hat im Laufe der Evolution gelernt, mit dem wenigen Sauerstoff auszukommen, um die schützende Höhle nicht verlassen zu müssen. Selbst wenn der Sauerstoffgehalt auf zwei Prozent sinkt, hält die Grundel es noch in ihrer Höhle aus, haben die Wissenschaftler um Göran Nilsson von der Universität Oslo beobachtet.
Und damit nicht genug: Etwa einmal im Monat kann der Wasserspiegel am Riff so tief sinken, dass die Korallenwohnung für kurze Zeit trocken liegt. Selbst unter diesen extrem fischfeindlichen Bedingungen weigert sich die Korallengrundel, die Sicherheit ihrer Wohnung zu verlassen. Etwa vier Stunden kann es der zähe Fisch an der Luft aushalten, haben die Biologen herausgefunden.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





