Der Transport von Waren rund um die Welt gilt als besonders klimaschädlich. Denn um die Waren zum Käufer zu bringen, müssen weite Strecken mit verschiedensten Verkehrsmitteln zurückgelegt werden – und das bedeutet in der Regel zusätzlichen Treibhausgas-Ausstoß. Unter anderem deshalb sind regionale Produkte meist klimafreundlicher.
Das Problem dabei: Unser Bedarf sowohl an Lebensmitteln als auch an anderen Gütern lässt sich meist nicht allein aus regionaler Erzeugung decken. Wir sind daher in vielen Bereichen auf den globalen Handel angewiesen. Das gilt auch beim Wein: Nur etwa ein Drittel des hierzulande getrunkenen Weins stammt von deutschen Winzern, zwei Drittel müssen zur Deckung des Bedarfs importiert werden, vornehmlich aus Frankreich, Italien und Spanien. Etwa zehn Prozent kommen inzwischen aber auch aus Übersee. Dabei wird nicht nur der Wein, sondern auch die mehr als 600 Gramm schwere Glasflasche rund um den Globus transportiert.
Vom Weingut bis zum Händler
Aber wieviel Kohlendioxid wird tatsächlich für den Transport einer Flasche kalifornischen Weins nach Deutschland emittiert? Um das herauszufinden, haben Forscher der Universität Gießen und der San Francisco State University die CO2-Bilanz einer Flasche typisch kalifornischen Zinfandels vom kalifornischen Weingut bis zu einem Weinhändler in Deutschland ermittelt und analysiert.
Und so sieht die Reise der Weinflasche aus: Der Wein wird im Weinbaubetrieb im San Joaquin County in eine Flasche abgefüllt und diese dann gemeinsam mit 4.703 anderen per LKW rund sechs Kilometer weit zum Verteilzentrum gefahren. Dort erfolgt die Umladung in einen Container, der dann mit gut 12.000 Weinflaschen Inhalt zum Hafen im 140 Kilometer entfernten Port of Oakland gebracht wird.
Im Hafen wird unser Weinflaschen-Container auf einen Frachter geladen und 17.2893 Kilometer weit über Panama und den Atlantik bis zum Hafen von Rotterdam in den Niederlanden transportiert. Dort wird der Container erneut umgeladen, diesmal auf ein Rheinschiff, das ihn 487 Kilometer weit den Rhein hinauf bis nach Mainz bringt. Die letzte Etappe übernimmt dann wieder ein LKW. Er bringt den Weincontainer 152 Kilometer weit bis zum Weinhändler in Koblenz.
So viel wie 1,4 Kilometer mit unserem Auto
Insgesamt hat die Weinflache damit vom Erzeuger in Kalifornien bis zum Weinhändler in Deutschland 18.068 Kilometer zurückgelegt. Aber wie viel CO2 wurde dabei freigesetzt? Für ihre Bilanz rechneten die Forscher Treibstoffverbrauch, Beladungsmengen und Leerfahrten beziehungsweise Auslastungsgrade der verschiedenen Transportmittel mit ein. Nicht enthalten ist jedoch die Weinerzeugung selbst, die in einem kalifornischen Großbetrieb etwa 100 Gramm CO2 pro Flasche ausmacht.





