Biergenuß in Maßen vermindert das Risiko an Herzkrankheiten und grauem Star zu erkranken. Insbesondere dunkle Biersorten reduzieren aufgrund ihres höheren Gehalts an Antioxidanzien das Erkrankungsrisiko bei Arteriosklerose und grauem Star um bis zu 50 Prozent. Dies gaben die kanadischen Wissenschaftler John Trevithick und Maurice Hirst von der University of Western Ontario und der amerikanische Chemiker Joe Vinson von der University of Scranton in Pennsylvania jetzt auf einem internationalen Chemie-Kongress der American Chemical Society in Honolulu bekannt.
John Trevithick und Maurice Hirst hatten sich im Rahmen einer Studie damit beschäftigt warum Antioxidanzien im Bier das Risiko für grauen Star mindern – insbesondere bei Diabetikern. Bei Tests mit den Augenlinsen von Raten stellten sie fest, dass Antioxidanzien aus dem Bier spezielle Zellteile im Auge schützen, die sogenannten Mitochondrien. Beschädigte Mitochondrien können das Risiko für ein Erkrankung am grauen Star erhöhen.
Eine Beschädigung kann beispielsweise auftreten, wenn die Augenlinsen, wie bei Diabetikern möglich, hohen Zuckerkonzentrationen ausgesetzt sind. “Diabetes wird bei vielen Personen erst festgestellt, nachdem sie bereits erhöhte Blutzuckerkonzentration über einen oder zwei Tage hinweg aufwiesen. Schon diese Konzentration kann ausreichen, um die Linsen zu verändern. Antioxidanzien können die Linse dagegen schützen. Wir denken, dies trägt bei Menschen, die ein Glas Bier am Tag trinken, zu dem geringeren Risiko für grauen Star bei”, berichtet John Trevithick. Joe Vinson fand heraus, dass Hamster, die täglich eine Bierdosis erhielten, die zwei Bieren pro Tag beim Menschen entspricht, eine um 50 Prozent niedrigere Arterioskleroserate aufwiesen. Die Forscher wollen nun prüfen, wie Teile des Brauprozesses zum Antioxidanziengehalt des Biers beitragen.
Almut Bruschke-Reimer





