Der Stör ist ein urtümlicher Fisch, der ein sehr hohes Lebensalter von bis zu 100 Jahren erreichen kann. Durch die späte Geschlechtsreife im Alter von etwa 20 Jahren wird die Vermehrung zusätzlich erschwert. Viele Störe fallen dem Fischfang schon bevor sie sich überhaupt fortpflanzen konnten zum Opfer. Um sich fortzupflanzen legt der Stör weite Wanderungen zurück. Von ihrem Lebensraum im Meer steigen die Störe zur Laichzeit die Flüsse hoch. Distanzen von bis zu 2.000 Kilometer wären hier keine Seltenheit – so sie nicht durch den Menschen daran gehindert werden.
Der Stör ist ein besonders wertvoller Fisch, denn er liefert den kostbaren und beliebten Kaviar. Ein Kilo echter Beluga-Kaviar kann bis zu 6.000 Euro kosten. Rumänien und Bulgarien sind die beiden größten Staaten an der unteren Donau und waren bis vor wenigen Jahren unter den Top 10 Kaviar-Exportländern. Nach Einführung eines temporären Fangverbots für Störe wurde auch der Verkauf von Wildkaviar verboten.
Aktuell können Störe vom Schwarzen Meer nur noch etwa 860 Kilometer die Donau hoch wandern. Dann unterbrechen zwei Staudämme am „Eisernen Tor” zwischen Serbien und Rumänien die seit Jahrtausenden benutzte Laichroute. Für Fische unüberwindbar, bedeuten diese seit deren Errichtung in den 1970er und 1980er Jahren das Ende der Wanderung der Störe. Seither sind die Lebensräume oberhalb der Dämme verloren.
Der Stör ist ein sehr anspruchsvoller Fisch. Zum Laichen braucht er spezielle Habitate wo die Jungfische überwintern können und genug Nahrung finden. Leider findet der Stör durch die zunehmende Verbauung der Donau (für Schifffahrt und Landgewinnung) und die Entnahme von Schotter und Sand immer weniger geeignete Lebensräume. Die wenigen verbliebenen Laichplätze sind weitgehend unbekannt und sollen in Zukunft mittels Kartierung erfasst und geschützt werden.
Der Schutz der Störe kann nur zusammen mit Fischern, Behördenvertretern und anderen lokalen Stakeholdern erfolgreich sein. Wichtig ist vor allem gezielte Bewussteinsbildung durch Information um das Wissen und das Interesse für die Riesen der Donau zu erhöhen. Immerhin hat sich in München die Danube Sturgeon Task Force – Störexperten und Behördenvertreter aus fast allen Donauländern – getroffen, um eine gemeinsame Strategie zur Rettung der Störe in der Donau zu erarbeiten. Das Treffen ist ein Zeichen der Hoffnung. Geplant sind nun unter anderem Fischaufstiegshilfen, die diese Barriere für den Stör und andere wandernde Fischarten wieder passierbar machen.
Foto oben: Stör © thomas hasenberger – Fotolia.com
Surftipps:
Mehr Infos zum Projekt zum Schutz der Stör-Fische in der Donau
Umfangreiche Infos zum Stör Fisch auch hier.
In Brandenburg wurde der Stör zum „ Fisch des Jahres 2013“ ernannt.
Sie essen gerne Fisch? Informieren Sie sich hier über Radioaktivität in Fischfanggebieten.




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