Der Deutsche Umweltpreis wird alljährlich von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verliehen. Ausgezeichnet werden zum einen Persönlichkeiten aus der Wissenschaft, die sich um Nachhaltigkeit und Umwelt verdient gemacht haben. Ein zweiter Teil des Preises geht an Unternehmer, die sich der praktischen Umsetzung von Umweltzielen gewidmet haben.
Klimaökonom Edenhofer: Vermittler zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik
In diesem Jahr geht eine Hälfte an den Klimaökonom und Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) Ottmar Edenhofer. Er wird unter anderem für seinen Vorschlag einer CO2-Bepreisung ausgezeichnet. Edenhofer habe mit seinem Ansatz, dem CO2-Ausstoß einen Preis zu geben, „ein wichtiges Instrument zur Senkung der Treibhausgase“ und somit für mehr Klimaschutz geliefert, sagte Die DBU-Kuratoriumsvorsitzende Rita Schwarzelühr-Sutter. Nach Ansicht von Edenhofer kann das Engagement für Klimaschutz nie ein losgelöstes Unterfangen sein – weder von Politik, noch von Wissenschaft. „Der Mainstream der Wirtschaft und die Mitte der Gesellschaft müssen mit im Boot sein”, so Edenhofer. Nur dann seien Problemlösungen angesichts des Klimawandels möglich.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Edenhofer unter anderem für seine vermittelnde und beratende Rolle zwischen Klimaforschung und Wirtschaft. Er habe nach der Krise auf den globalen Finanzmärkten “Orientierung gegeben, wie beim notwendigen wirtschaftlichen Wiederaufbau der Klimaschutz nicht unter die Räder kommt”. Der Klimawandel mit seinen ökonomischen und sozialen Folgen seien Edenhofers “Lebensthema”. Er berate den Papst ebenso wie Weltbank und Bundesregierung und sei ein international geschätzter, “mitunter auch gefürchteter” Verhandler.
Geschwister Trappmann: Mehr Nachhaltigkeit in der Blechfabrik
Die zweite Hälfte des Deutschen Umweltpreises geht an das Geschwisterpaar Annika und Hugo Trappmann. Sie sind Geschäftsführer der Blechwarenfabrik Limburg und haben das Unternehmen mit rund 320 Mitarbeitenden sprichwörtlich auf den Kopf gestellt – mit einem Neubau an einem anderen Standort und dem Bestreben, mittels Digitalisierung zur Ressourcenschonung beizutragen.
Das Ergebnis sei beeindruckend, sagte Steinmeier: “Die jetzt größere Blechwarenfabrik verbraucht weniger Rohstoffe und stößt 2.600 Tonnen Kohlendioxid weniger aus als vor dem Umzug.” Mit dem Neubau des Betriebs sei ein unternehmerisches Wagnis verbunden gewesen. “Aber sie waren überzeugt, dass das Unternehmen nur dann zukunftsfähig ist, wenn es sich modernisiert und möglichst sparsam und intelligent mit Ressourcen und Energie umgeht”, so der Bundespräsident. Der DBU-Umweltpreis ist nach Ansicht von Annika Trappmann „ein Signal besonders an die mittelständische Wirtschaft: nämlich den Mut zu haben, Risiken einzugehen“.





