Ein Polymer-Sensor soll künftig vor verdorbenem Fisch warnen, noch bevor er zu stinken anfängt. Das berichten amerikanische Forscher nach Tests an einem bestimmten Polymermaterials, das auf die Stoffwechselprodukte von Bakterien mit Farbveränderungen reagiert. Je nach Menge der Bakterienprodukte in einer Fischprobe verändert sich die Farbe dieses Materials, konnten die Forscher mithilfe eines Spektrometers nachweisen.
Für ihre Versuche versetzten die Forscher Thunfischproben mit verschiedenen Mengen an Histamin. Dieses sogenannte biogene Amin entsteht, wenn Bakterien Fischeiweiße zersetzen. Je mehr Verderbniserreger der Fisch enthält, desto mehr Histamin entsteht. Beim Menschen kann das biogene Amin Kopfschmerzen, Übelkeit und in größeren Mengen deutliche Vergiftungserscheinungen verursachen.
Gaben die Forscher das Polymer zu den histaminhaltigen Fischproben, veränderte sich die dreidimensionale Struktur der Moleküle, aus denen es bestand. Mit einem Spektrometer beobachteten sie die Proben bei unterschiedlichen Wellenlängen und entdeckten, dass das Polymer mit steigender Histaminkonzentration seinen typischen Fingerabdruck im Lichtspektrum veränderte. Dabei reagierte der Sensor bereits bei sehr geringen Histaminmengen. Die menschliche Nase nimmt einen Verderb erst dann wahr, wenn der Fisch ranzig wird und anfängt zu stinken.
Das von den Forschern untersuchte Polymer kann nicht nur Histamin erkennen, sondern auch über zwanzig weitere biogene Amine voneinander unterscheiden. Damit wäre ein Polymer-Sensor deutlich leistungsfähiger als die existierenden Methoden wie elektronischen Nasen und Zungen. Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, wie gut sich das Polymer eignet, um die Frische und Qualität von Fisch und auch anderen Lebensmitteln zu bestimmen.
Marc Maynor (Universität von South Carolina, Columbia) et al., Organic Letters, DOI: 10.1021/ol071065a ddp/wissenschaft.de ? Larissa Kessner





