In Deutschland gibt es zahlreiche Moore und eine so hohe Vielfalt an Moorformen wie in keinem anderen europäischen Land. Das Huvenhoopsmoor in Niedersachsen, das Murnauer Moos in Bayern und das Grambower Moor in Mecklenburg-Vorpommern sind nur einige Beispiele.
Solche Moorlandschaften entstehen in Gebieten, in denen sich Wasser sammelt und Hohlräume im Boden füllt. Fehlt es unter Wasser an Luft, kann Pflanzenmaterial nicht vollständig verrotten und es entsteht Torf. Die Torfschicht wächst durch neues organisches Material jedes Jahr um einen Millimeter nach oben. Viele der deutschen Moore entwickeln sich so seit vielen Jahrtausenden.
Wer lebt im Moor?
Der nährstoffarme und saure Boden der Moore ist die Heimat vieler hoch angepasster Pflanzen und Tiere. In vielen von ihnen rasten und brüten Vögel wie der Goldregenpfeifer. Auch Kraniche nutzen Moore als Pausenort auf dem Flug zwischen Norden und Süden.
Die Arten unterscheiden sich allerdings zwischen den Moorformen. So leben beispielsweise fleischfressende Pflanzen wie Sonnentau und Fettkraut in sogenannten Hochmooren. die sich aus Niederschlägen speisen. Niedermoore, die durch Grundwasser, Quellwasser oder Sickerwasser feucht bleiben, beheimaten unter anderem Fieberklee, Fleischfarbenes Knabenkraut und Sumpf-Blutauge.
Die Artenvielfalt der Moore an Pflanzen und Tieren bereichert auch den Lebensraum und die Lebensgrundlage von uns Menschen. Darüber hinaus helfen uns Moore durch ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern. Im Gegensatz zu anderen Böden können sie Starkregen aufnehmen, ohne dass der Untergrund weggespült wird, und das Wasser in Trockenzeiten wieder abgeben. Auch Schadstoffe werden dabei von den Moorpflanzen aus dem Wasser gefiltert. So puffern Moore Extremwetterereignisse ab und reinigen die Umwelt.
Moore im Klimaschutz
Moore speichern auch große Mengen an Kohlenstoff. Denn wie alle Pflanzen entziehen Moorpflanzen der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid und wandeln es in organisches Material um. Wenn diese Pflanzen absterben, können sie allerdings nicht durch Mikroorganismen zersetzt werden, denn im Moor fehlt es den Mikroben dafür an Sauerstoff. Der Torf bindet daher den Kohlenstoff – und das seit 11.000 Jahren. Obwohl Moore nur drei Prozent der Landfläche der Erde bedecken, speichern sie damit doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde.






