Im Streit um den kommerziellen Anbau von Gen-Mais kommen Bundesregierung und Gentech-Industrie am 23. November zu ersten Verhandlungen zusammen. Diesen Termin bestätigte eine Regierungssprecherin am Montag der dpa.
Wie die “Berliner Zeitung” (Dienstag) berichtete, soll die Runde unter Leitung von Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier ein gemeinsames dreijähriges Forschungsprogramm über Chancen und Risiken der so genannten grünen Gentechnik beschließen. Die Industrie solle sich dabei verpflichten, genmanipulierte Pflanzen bis 2003 nur im Rahmen des Forschungsprogramms anzubauen. Von möglichen Genehmigungen für einen Flächen deckenden Anbau würde die Industrie bis zum Abschluss des Programms keinen Gebrauch machen.
Die ursprünglich bereits im September geplanten Gespräche gehen auf eine Initiative von Bundeskanzler Gerhard Schröder zurück. Bis zuletzt war nach Informationen der Zeitung aber unklar, ob sich die Wirtschaft auf die Einschränkung einlassen würde, den großflächigen Anbau von Gen-Mais zu verschieben. Bei einem Scheitern der Verhandlungen könnten Unternehmen bereits von Frühjahr 2001 an in großem Stile genveränderten Mais auf deutschen Äckern aussäen, wenn die notwendigem Zulassungen bis dahin vorliegen.
An dem Gespräch sollen dem Zeitungsbericht zufolge neben Steinmeier die Staatssekretäre der Ressorts Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft und Forschung sowie Vertreter des Deutschen Industrieverbands Biotechnologie (DIB), der Pflanzenzüchter und von Firmen wie Novartis und Aventis teilnehmen.
Das Bundessortenamt in Hannover prüft derzeit die Zulassung für fünf gentechnisch veränderte Maissorten. Bislang ist unklar, wann die Entscheidung darüber fallen wird.
dpa





