SYLVIA FREY ist Meeresbiologin und engagiert sich im Meeresschutzverein OceanCare in Wädenswil.
Algenzuchtfirmen erleben einen Boom: Es locken Biokraftstoffe. Auch OceanCare setzt sich für die Algenöl-Herstellung ein – warum?
Viele Menschen ernähren sich falsch und riskieren Herz-, Gefäß- und Hirnkrankheiten. Um sich davor zu schützen, greift so mancher zu „Fischölkapseln”. Sie werden aus dem fetthaltigen Gewebe von Fischen, Robben und Walen gemacht und enthalten die begehrten Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Die Jagd nach dem „ Fischöl” dezimiert die Bestände der Meerestiere. Das ist unnötig! Denn DHA und EPA sind auch in Algenöl enthalten.
Wieso kommen tierische Inhaltsstoffe in Algen vor?
Die Logik geht andersherum: Mikroalgen sind die originären Produzenten der Omega-3-Fettsäuren. Man findet sie nur deshalb auch in Meerestieren, weil die Algen-Inhaltsstoffe sich entlang der Nahrungskette anreichern: über Kleinkrebse (den Krill) bis zu den Walen.
Sind die Omega-3-Fettsäuren in Algenöl genauso gut wie die in Fischöl?
Absolut gleichwertig – ernährungsphysiologisch sogar vorteilhafter.
Wieso das?
Während der Anreicherung der erwünschten Omega-3-Fettsäuren in den Meerestieren reichern sich gleichzeitig auch unerwünschte Schadstoffe im tierischen Fettgewebe an, zum Beispiel Methylquecksilber. Algen lassen sich hingegen schadstofffrei züchten.
Im Handel sind auch Kapseln mit Krillöl. Sind sie dem Algenöl vorzuziehen?
Nein, auch in diesem Fall ist Algenöl besser. Denn der Krill ist eminent wichtig als Nahrungsgrundlage für Fische, Seevögel und Meeressäuger. Fischt man großräumig Krill, gräbt man den Tieren das Futter ab. Auch die Krillbestände haben deutlich abgenommen. THE





