Stress verstärkt bei zwittrigen Tieren die männlichen Eigenschaften. Das beobachteten britische Wissenschaftler an einem so genannten Hermaphroditen, dem wirbellosen Meeresbewohner Celleporella hyalina. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung vom 18. August, DOI. 10.1073, PNAS.1334011100).
Von Pflanzen ist seit längerem bekannt, dass Zwitter bei einem begrenzten Nährstoffangebot mehr Pollen, also pflanzliche Samenzellen, produzieren. Ob sich ein ähnliches Phänomen auch bei Tieren findet, untersuchte das Forscherteam um Roger Hughes von der Universität von Wales in Bangor (GB). Dazu setzten die Forscher Celleporella hyalina, ein koloniebildendes Meerestier, verschiedenen Formen von Stress aus, beispielsweise Nahrungsbeschränkung oder Trockenheit.
Anschließend zählten die Wissenschaftler die weiblichen und männlichen Individuen innerhalb einer Kolonie. Es zeigte sich, dass unter Stress die Zahl der Tiere mit männlichen Eigenschaften deutlich anstieg.
Diese Geschlechtsverschiebung könnte die Chancen der Tiere auf Nachkommenschaft stark verbessern, vermuten die Forscher. Grund dafür sei der unterschiedliche Energieaufwand bei der Herstellung von weiblichen und männlichen Keimzellen. Es koste mehr Zeit und Nahrung, Eizellen zu produzieren und die Brut anschließend aufzuziehen, als Samenzellen herzustellen und danach einfach zu verbreiten.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann





