Ein- und Zwei-Euromünzen setzen weitaus mehr Nickel frei als andere Münzen, die vergleichbare Mengen des allergieauslösenden Metalls enthalten. Grund dafür sind die zwei verschiedenen Metalllegierungen der zweifarbigen Münzen, berichten Schweizer Wissenschaftler in der Fachzeitschrift “Nature” (Bd. 419, S. 132).
Die Forscher um den Dermatologen Frank Nestle von der Universität Zürich hatten sieben Nickel-Allergikern drei Tage lang die beiden zweifarbigen Münzen auf die Haut geklebt. Alle zeigten schon nach 48 Stunden allergische Reaktionen wie Hautrötungen und Bläschen. Außerdem legten die Wissenschaftler den äußeren messingfarbenen Ring und die silberne Mitte der Geldstücke in künstlichen Schweiß. Sie maßen den dabei entstehenden Stromfluss und das freigesetzte Nickel. Die Münzen geben Nickelmengen ab, die die von EU-Richtlinien erlaubten Werte um das 320fache übersteigen, fanden die Forscher.
Die zweifarbigen Eurostücke bestehen aus zwei Legierungen mit verschiedenen Mengen an Nickel, Kupfer und Zink. Durch die beiden unterschiedlichen Metallsorten entsteht bei anhaltendem Kontakt mit Schweiß ein elektrochemisches Potenzial, haben die Wissenschaftler beobachtet. Dieser geringe Stromfluss fördert die Freisetzung des allergieauslösenden Metalls, so dass die Geldstücke sogar mehr Nickel abgeben als pures Nickel.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





