Erst die gleichzeitige Blockade zweier verschiedener Entstehungswege von Krebs stoppt das Tumorwachstum bei Mäusen mit Brustkrebs. Kanadische und amerikanische Forscher entdeckten die Zusammenarbeit der beiden entscheidenden Mechanismen bei Mäusen, deren Gene eine ähnliche Veränderung zeigen wie die vieler Brustkrebspatientinnen. Das berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung vom 3. Oktober, cgi/doi/10.1073/pnas.2031337100).
Chemotherapeutische Medikamente, die das ungehemmte Wachstum von Krebszellen stoppen sollen, zeigen bei der Bekämpfung von Brustkrebstumoren nur mäßigen Erfolg. Da Brustkrebs in der westlichen Welt jedoch die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist, beschäftigen sich Krebsforscher intensiv mit der Verbesserung der Chemotherapie.
Paola de Candia und ihren Kollegen aus New York, Providence und Hamilton (Kanada) gelang nun möglicherweise ein Durchbruch: Die Wissenschaftler konnten das Tumorwachstum bei Mäusen mit Brustkrebs vollständig stoppen ? wenn sie zusätzlich zur Chemotherapie die Bildung neuer Blutgefäße verhinderten. Diese neuen Blutgefäße versorgen normalerweise das Tumorgewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen und wurden schon häufiger als mögliches Angriffziel für Medikamente diskutiert.
Wegen der großen Ähnlichkeit ihres Maus-Modells mit der Entstehung von Brustkrebs beim Menschen hoffen die Forscher, ihre Ergebnisse möglichst bald in klinische Studien umsetzen zu können. Dabei betonen de Candia und Kollegen, dass weder die Verminderung des Zellwachstums noch das Blockieren der Gefäßbildung alleine ausreicht, den Krebs zu stoppen. Nur die Kombination verspreche die Entwicklung erfolgreicher Therapien.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel





