Die Früherkennung von Brustkrebs könnte bis zu 20 Prozent verbessert werden, wenn Computer zur genauen Betrachtung der Mammogrammfilme genutzt würden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Radiologische Gesellschaft Nordamerikas in Auftrag gab. Im Frauen Diagnose Zentrum von Plano, Texas, wurden unter der Leitung des Radiologen Dr. Timothy Freer mit Hilfe einer digitalisierten Darstellung des üblichen Röntgenfilms 20 Prozent mehr verdächtige Kalzium-Einlagerungen, winzige Verdickungen und Veränderungen in der Gewebestruktur, aufgespürt.
Noch immer wird Brustkrebs nur in vier von fünf Fällen von Radiologen im Frühstadium erkannt. Ein Computer, so Freer, kann dazu genutzt werden, auch die subtilsten Muster zu erkennen, ohne zu ermüden. In seiner Studie wurden mit als 12.000 Frauen untersucht. Es gelang bei 49 Frauen, bei acht Fällen nur durch die Computeranalyse, Krebserkrankungen in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Anschließend konnten die Geschwüre mit geringem Aufwand erfolgreich behandelt werden.
Die ergänzenden Computerkontrollen führten auch dazu, dass bei einigen Frauen blinder Alarm ausgelöst wurde. Gemessen an der erfolgreichen Frühdiagnose von acht Fällen, ist das aber hinnehmbar, sagte Freer.
Er stellte außerdem fest, dass in großen Diagnoseeinrichtungen die Mehrkosten durch die Computeruntersuchung vergleichsweise gering seien ($ 15,-) während in kleineren radiologischen Zentren mit größeren Ausgaben gerechnet werden müsse. Trotzdem ist Freer überzeugt, dass diese Methode ein wirkungsvolles Instrument der Krebs-Früherkennung sein könnte. Auch wären Frauen motivierter, sich einem Mammogramm zu unterziehen, wenn sie wüssten, dass alle Resultate akkurat ausgewertet werden können.
Marion Herzog





