Ausgerechnet die elterliche Fürsorge kann für Vogeljunge tödlich sein. Thomas Martin von der Montana Cooperative Wildlife Research Unit der University of Montana fand mit seinen Kollegen heraus, dass viele Feinde erst durch den ständigen An- und Abflug der Eltern auf die versteckten Nester aufmerksam werden.
Bisher gingen die Forscher davon aus, dass ein möglichst gut getarntes Nest das Überleben der Jungen garantiert. Doch offenbar spielt auch die Aktivität der Eltern während der Aufzucht eine wichtige Rolle.
Im Rahmen der Studie verfolgte die Arbeitsgruppe zehn Vogelarten während der Brut. Je nachdem, wie sehr sich eine Art um ihren Nachwuchs kümmerte, traten auch unterschiedlich häufig Eichhörnchen oder Eichelhäher auf den Plan, um sich an den Jungen zu vergreifen. Dass es tatsächlich die elterliche Fürsorge war, welche die Feinde anlockte, ergab sich aus Langzeitbeobachtungen von der Eiablage bis hin zu dem Zeitpunkt, an dem die Jungen das Nest verließen.
Während des Ausbrütens der Eier sitzen die Eltern die meiste Zeit reglos im Nest. Deshalb sind die Eier zu dieser Zeit vor Feinden relativ sicher. Erst wenn sich die Altvögel ständig auf die Futtersuche begeben und das Nest sauber halten, steigt die Gefahr feindlicher Übergriffe. Vogelarten, bei denen sich die Eltern besonders intensiv um den Nachwuchs kümmern, waren demnach stärker gefährdet.
Bild: Thomas Martin
Joachim Schüring





