Gehen Passagiere, die auf langen Flügen unterwegs sind, das Risiko einer Thrombose ein? Wissenschaftler der McMaster Universität in Ontario/Kanada zweifeln an einer Untersuchung, die dieses Risiko belegen soll.
Die Untersuchung, die Mediziner des University College London durchgeführt haben, schien einen Zusammenhang zwischen Thrombosegefahr und Langzeitflügen zu untermauern. 200 Passagiere auf Flügen, die mehr als acht Stunden dauerten, wurden dazu mit Stützstrümpfen versorgt. Sie zeigten 48 Stunden nach dem Flug keine Anzeichen von Blutgerinnseln in den Venen. Bei Passagieren ohne Stützstrümpfe waren es jedoch zehn Prozent, die Blutgerinnsel aufwiesen, auch wenn sie nicht über Beschwerden klagten.
Jack Hirsh und seine Kollegen von der McMaster Universität kritisieren indes das Testverfahren der Untersuchung. Eine Ultraschalluntersuchung, wie sie durchgeführt wurde, reiche nicht aus. Außerdem habe im Anschluss an die Tests keine Venographie stattgefunden, bemängelt er.
Im Einvernehmen mit den Luftfahrtgesellschaften plädiere er dafür, genauere Untersuchungen durchzuführen, bevor weitreichende Schlüsse aus den bisherigen Ergebnissen gezogen werden. ? Im Moment gehen wir davon aus, dass ausreichend Sauerstoff und gelegentliche Muskelkontraktionen als Prophylaxe ausreichen. Möglicherweise sind kleine Veränderungen nötig. Aber bevor die Luftfahrtgesellschaften neue Sitze einbauen oder andere teure Veränderungen vornehmen, sollten wir das genauer untersuchen?, erklärte er bei einem Treffen, das die WHO für Mediziner und Vertreter der Luftfahrtindustrie organisiert hatte.
Gabriele Dinkhauser





