Menschen mit ungeduldigem und aggressivem Charakter reagieren stärker auf Nikotin als eher ruhige Zeitgenossen. Das haben Wissenschaftler der Universität in Irvine (USA) gezeigt. Angeborene Verhaltenseigenschaften könnten daher erklären, warum manche Menschen hoffnungslos abhängig vom Rauchen werden, andere dagegen mit Leichtigkeit wieder auf Nikotin verzichten. Das schreiben die Forscher um Steven Potkin in der Fachzeitschrift Cognitive Brain Reseach (Januarausgabe).
Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie die Persönlichkeit von 86 Probanden getestet und sie nach Charaktereigenschaften wie Aggressivität, Streitlust und der Neigung zu Angstzuständen in zwei Gruppen eingeteilt. In der Gruppe der “Feindseligen” und bei den “Geduldigen” befanden sich sowohl Raucher als auch Nichtraucher. Alle Teilnehmer der Studie erhielten Nikotin-Pflaster, die entweder 3,5 oder 21 Milligramm beziehungsweise überhaupt kein Nikotin enthielten.
Die Stoffwechselaktivität im Gehirn bestimmten die Forscher mithilfe einer Positronen-Emissions-Tomographie. Während in der Gruppe der “Geduldigen” keinerlei Veränderungen im Gehirnstoffwechsel festgestellt werden konnten, fanden die Forscher bei den “Feindseligen” eine deutliche Zunahme der Stoffwechselaktivität in Bereichen des Gehirn, in denen unter anderem das soziale Verhalten kontrolliert wird. Die Raucher dieser Gruppe reagierten jedoch nur, wenn ihnen die volle Dosis Nikotin verabreicht worden war, während die Nichtraucher auch auf die geringere Menge Nikotin ansprachen.
Das sei ein Hinweis darauf, dass Menschen aufgrund einer angeborenen starken Reaktion des Gehirns auf Nikotin tatsächlich eine höheres Risiko hätten, abhängig zu werden, interpretiert Potkin die Ergebnisse. Künftige Studien sollen nun zeigen, wie sich weitere Charaktereigenschaften und das Geschlecht auf die Nikotinsucht auswirken.
ddp/bdw ? Karin Otzelberger





