Fremde Tiere breiten sich nach Angaben deutscher Forscher immer weiter im Lebensraum heimischer Arten aus. So stammten allein 15 Prozent der Meerestiere in europäischen Gewässern ursprünglich nicht aus diesem Gebiet, sagte Prof. Wilfried Westheide von der Universität Osnabrück auf der Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (DZG) am Donnerstag in Osnabrück.
Die Ursache seien weltweite Warentransporte, bei denen Tiere und Pflanzen als blinde Passagiere mitreisen. Die zunehmende Vermischung kann nach Westheides Worten langfristig zur Verdrängung einheimischer Arten führen.
Ein Ende der tierischen Völkerwanderung ist laut Westheide nicht in Sicht. Wenn ein Tankschiff mit Wasser beschwert seinen Rückweg antrete, habe es ungewollt unzählige Lebewesen an Bord. So sei es bereits an der gesamten Westküste der USA zu einer “dramatischen Vermischung der Arten” gekommen. Holztransporte trügen auch in den Wäldern zu einer Artenvermischung bei.
Es seien allerdings auch positive Folgen denkbar. Der von der US- Ostküste eingeschleppte Borstenwurm “marenzelleria viridis” etwa breitet sich nach neuesten Erkenntnissen an der deutschen Ostseeküste aus und dient vor allem Fischen als willkommene Nahrung. Nach Schätzungen von Meeresbiologen wird der Borstenwurm in 20 Jahren die gesamte Ostsee bevölkern.
dpa





