Neurologen vom Henry Ford Health Science Center in Detroit und Physiker der Oakland University in Rochester, Michigan, haben zum ersten Mal Knochenmarkszellen zur Heilung von Schlaganfallschäden eingesetzt. Die intravenöse Behandlung mit Knochenmarkszellen führte bei Ratten innerhalb von 14 Tagen nach einem Schlaganfall zu einer Ausbesserung der Schäden. Dies veröffentlichte die Zeitschrift Stroke.
Die Forscher kultivierten zunächst von Ratten stammende Knochenmarkszellen im Reagenzglas. Für den Versuch wurde bei den Tieren ein Schlaganfall ausgelöst. Danach injizierten die Wissenschaftler ihnen die gesunden Knochenmarkszellen. “Dies sind kluge Zellen, die selektiv zum Ort der Verletzung wandern und dort zu kleinen Fabriken werden, die eine Reihe von Molekülen erzeugen, um das Gewebe zu reparieren”, so Chopp. Da es sich jeweils um die Knochenmarkszellen ein und desselben Tieres handelt, gab es keine Abstoßungsreaktionen.
Vor und nach den Versuchen absolvierten die Ratten neurologische und motorische Aufgaben und sensorische Tests. Die Versuchstiere, die mit einer hohen Dosis Zellen behandelt worden waren, wiesen signifikant bessere Ergebnisse auf als die unbehandelten. Zudem zeigte sich, dass der Großteil der Zellen an den Ort der Gehirnverletzung gewandert war.
Patienten sind nach dem Schlaganfall oft labil und können nicht gleich behandelt werden. “Wir haben herausgefunden, dass man letztlich bis zu sieben Tagen warten kann und trotzdem eine signifikante Verbesserung erreicht,” meint Chopp. Eine Theorie ist, dass die Knochenmarkszellen sich mit dem verletzten Gewebe vermischen und die verletzten Zellen ersetzen. Chopp hingegen geht davon aus, dass die Knochenmarkszellen das Gehirn anregt sich selbst zu reparieren.
“Die Studie legt nahe, dass eine Infusion der eigenen Knochenmarkszellen für eine signifikante Besserung der Schlaganfallpatienten sorgt. Zudem ist die Behandlung einfach anzuwenden,” sagt Michael Chopp. “Wir glauben, dass wir mit den Stroma-Zellen einen Weg gefunden haben, um Schlaganfälle, Parkinson, Rückenmarksverletzungen und traumatische Gehirnverletzungen zu behandeln.”
Nicole Waschke





