Text: Marlena Wegner
Es ist jedes Jahr dasselbe: Kaum erstrahlte die Landschaft im goldenen Herbst, schon ragen nur noch kahle Äste gen Himmel. Nach dem Sommer stellen die Bäume die Fotosynthese ein, ihre Blätter wechseln von Grün zu Gelborange, dann zu Braun und schließlich fallen sie herunter. Ab jetzt leben die Bäume monatelang von dem, was sie zuvor gespeichert haben. Doch auch wenn die Fotosynthese der zentrale Motor der Pflanzen ist, kommt mit ihrem Stillstand nicht der ganze Organismus zur Ruhe. Wurzeln können noch wachsen, solange der Boden nicht gefroren ist. Stoffwechselprozesse laufen weiter, etwa die Zellatmung, mit der die Pflanze ihre Reservestoffe langsam verbrennt, um Energie zu gewinnen. Die Winterruhe ist auf bestimmte Bereiche beschränkt. Die Knospen etwa, aus denen im Frühjahr die Blüten und Blätter treiben, werden schon im Sommer und Herbst des Vorjahres angelegt, überdauern ruhend den Winter, um im Frühling sogleich sprießen zu können.





