Teleskopartige Strukturen machen Brustschwimmer-Bewegungen
Es zeigte sich, dass die Parasiten keinen simplen Bohr-, Säge- oder Schneidemechanismen nutzen, sondern sich mit einem Paar aus teleskopartigen Strukturen in die Haut bohren. Zuerst ritzt die Zecke die Haut mit ihnen an, dann dringen die beiden Strukturen jeweils unabhängig von einander ein und erweitern durch seitliche Bewegungen das Gewebe. Dann vollführen die flexiblen Werkzeuge gemeinsam eine Art Brustschwimmer-Bewegung, um das harpunenartige Hypostom tief in die Haut zu ziehen. Es ist mit Widerhaken besetzt, damit sich die Zecke in der Haut dauerhaft verankern kann.
Um das Opfer nicht auf das fiese Treiben aufmerksam zu machen, injiziert die Zecke beim Stich ein Betäubungsmittel in die Wunde. Das Alarmsignal eines Schmerzreizes bleibt dadurch aus. Hat die Zecke ihren Stechapparat schließlich tief genug verankert, kann der blutige Schmaus beginnen. Anders als Moskitos nehmen sie sich dazu viel Zeit: Bis zu einer Woche kann eine Zecke saugen, bis sie zu einem dicken Sack voll Blut angeschwollen ist und schließlich den Anker lichtet. Nun hat sie genügend energiereiches Futter getankt, um eine neue Generation blutgierigen Nachwuchses hervorzubringen.





